Der Bahnhof in Kilianstädten muss wegen seiner Kurve 300 Meter weiter Richtung Büdesheim verlegt werden.
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Der Bahnhof in Kilianstädten muss wegen seiner Kurve 300 Meter weiter Richtung Büdesheim verlegt werden.

Niddertalbahn

Niddertalbahn: Parlamentarier drücken aufs Tempo

  • vonJürgen W. Niehoff
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Nicht nur Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir drückt beim Ausbau der Niddertalbahn aufs Tempo, auch die Anrainerkommunen sowie die Kreise Main-Kinzig und Wetterau und der Rhein-Main-Verkehrsverbund wollen Taten sehen.

Schöneck - Vergangenes Jahr wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ende 2019 lag sie vor, wurde jedoch auf Beschluss der Auftraggeber nur als Zusammenfassung veröffentlicht und konnte nur in den Rathäusern eingesehen werden.

Das jedoch war den meisten Kommunalpolitikern zu wenig. Schöneck machte deshalb den Anfang und lud Rüdiger Krenkel, den neuen Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft (KGV) des Main-Kinzig-Kreises, in die Bauausschusssitzung ein, um Einzelheiten über die Machbarkeitsstudie zu erfahren. Das Ergebnis: Der Ausbau der Niddertalbahn lohne sich. Denn die Zahl der Fahrgäste habe sich seit 1985, vervierfacht und liegt derzeit bei über 8000 Nutzer pro Tag. Die beste Variante - ein zweigleisiger Ausbau - lässt sich aus topographischen Gründen nicht machen, weil die Strecke zum Teil über sehr enge Kurven verfügt und oftmals auf engstem Raum durch Wohngebiete führt. Deshalb bleibt nur eine abschnittsweise Zweigleisigkeit übrig. Auch die Elektrifizierung soll in die Planung mitaufgenommen werden. Doch solle das wegen der großen Kostensteigerung, die Rede ist von circa 100 Million Euro, bei rund 40 Millionen für lediglich den Ausbau des Gleisbetts, ein eher langfristiges Ziel bleiben.

Niddertalbahn: Gleisanlagen müssen modernisiert werden

Schließlich dränge die Zeit, der gegenwärtige Vertrag mit der Bahn AG zum Betrieb der Niddertalbahn läuft bis 2027. Für die Neuausschreibung für ein moderneres Zugangebot durch beispielsweise Doppelstockwagen müsse die Gleisanlage modernisiert sein. Denn die Eingleisigkeit bedeute weniger Begegnungsmöglichkeiten der Züge und damit weniger Möglichkeiten, die Kapazität auszuweiten. Nach Krenkels Schilderung soll spätestens ab 2027 ein größeres Fahrtenangebot mit erhöhten Zugkapazitäten, in den Spitzenzeiten 15-Minuten-Takt, ansonsten 30-Minuten-Takt, eine Komfortverbesserung durch umsteigefreie Verbindungen, durch Einbindung der Bahn in das S-Bahnnetz und Zunahme der Streckenzuverlässigkeit, erreicht werden.

Niddertalbahn: Zügiger Ausbau der Strecke nötig

Das aber geht nur durch den zügigen Ausbau der Strecke. In der Machbarkeitsstudie werden zwei Varianten gegenübergestellt, und zwar der Ausbau der Strecke ohne Elektrifizierung und mit ihr. Dabei kommt die Variante »Elektrifizierung« zu einem besseren Ergebnis, auch im Hinblick auf den Umweltschutz. Nachteil dabei sind die erhöhten Kosten von mehr als dem Doppelten gegenüber dem normalen Ausbau und die wesentlich längere Bauzeit. Voraussichtlich drei bis vier Jahre.

Daran knüpfte die Kritik des Bauausschussmitgliedes Dieter Schulz (SPD) an. Die Elektrifizierung habe seiner Meinung nach viele Vorteile, doch sei sie aus zeitlichen Gründen sicherlich nicht umsetzbar. Auch sonst gäbe es in der Studie Unwägbarkeiten, die einen Neubeginn 2027 eher unwahrscheinlich erscheinen lassen. Deshalb solle mit dem eingleisigen Ausbau mit weiteren Begegnungsmöglichkeiten für Züge begonnen werden. Dieselloks könnten später durch solche mit Wasserstoff- oder Elektroantrieb ersetzt werden.

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