Ist der Klosterbereich unterhalb der Basilika für einen Kita-Neubau geeignet. Bürgermeister Michael Hahn sagt Nein.
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Ist der Klosterbereich unterhalb der Basilika für einen Kita-Neubau geeignet. Bürgermeister Michael Hahn sagt Nein.

Wird es nun doch die Kita auf dem Brunnengelände?

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal-Ilbenstadt(udo/hed). Neuer Bürgermeister, neue Pläne. Lange haben Ex-Rathauschef Dr. Bernhard Hertel und die rot-rote Koalition auf eine neue Kita im Kloster Ilbenstadt gepocht, nun stellt Bürgermeister Michael Hahn (CDU) die geltenden Beschlüsse infrage. Bei einer Sitzung aller Ausschüsse am Mittwoch warb er eindringlich für den Bau der neuen Kita auf dem Brunnengelände.

Begründung Hahns, dessen CDU stets das Brunnengelände favorisiert hatte: Da für die neue Kita mittlerweile sieben Gruppen erforderlich seien, müsste das Klosterareal aufwendig mit zwei Geschossen bebaut werden - und scheide damit aus. Ein zweigeschossiger Bau würde die Genehmigung, bei der der Denkmalschutz eine gewichtige Rolle spielt, erheblich verzögern. "Jetzt denken wir eine Woche lang darüber nach, dann folgt die Beschlussempfehlung und die Stadtverordnetenversammlung wird entscheiden", bilanzierte der Rathauschef am Ende der Sitzung. Es wird jedoch am Mittwoch, 23. September, eine erneute Ausschusssitzung zum Thema geben (19.30 Uhr, Bürgerhaus Ilbenstadt). Das Parlament tagt am Dienstag, 29. September, in Ilbenstadt.

Im November 2017 hatte die Stadtverordnetenversammlung mit rot-roter Mehrheit für die Kloster-Kita gestimmt. Passiert ist seitdem gleichwohl wenig.

Wie Hahn den Ausschussmitgliedern sagte, müsse dringend etwas unternommen werden. In der katholischen Kita Sankt Peter und Paul werde künftig eine Gruppe aus Brandschutzgründen wegfallen. Das verschärfe die Situation. Und die Neubürger forderten Plätze in ihrem Stadtteil, nicht im Nachbarstadtteil. In Niddatal gebe es 696 Kinder im Alter von einem bis sieben Jahren. Sieben Gruppen seien in Ilbenstadt mindestens erforderlich, am besten acht oder neun. 20 Tagesmütter seien derzeit in Niddatal aktiv.

Architekt Gunter Weyrich vom Frankfurter Büro "1100" hatte erst im Sommer seine zwei Varianten ("Kinderdorf" oder "Die kleine Raupe") für eine Kita im Kloster den Gremien vorgestellt. Der Magistrat hatte sich bereits für die erste entschieden. Nun präsentierte Weyrich überraschend eine neue Version, verglich beide Standorte und stellte die Vorteile des (flachen) Brunnengeländes heraus. Das Gelände im Klosterbereich sei abschüssig, was die Planung erschwere. Die erforderlichen Gruppen seien einfacher auf dem Brunnengelände unterzubringen. Beide Grundstücke seien zentral gelegen, doch die Straßenanbindung sei für das Brunnengelände einfacher.

Für das Brunnengelände müsste der Bebauungsplan fortgeschrieben werden. Doch da das Areal schon einmal für die Flüchtlingsunterbringung vorgesehen gewesen sei, könne man an den damaligen Plan anknüpfen. Der neue Plan würde schnell genehmigt werden. Die Freiflächengestaltung sei auf dem Brunnengelände einfacher und der Baumbestand könne integriert werden. Die Feuerwehrzufahrt sei für das Brunnengelände unkompliziert, im Klosterbereich mache der historische Gottfriedsbogen hinsichtlich der Zufahrt Schwierigkeiten.

Genehmigung für Container läuft aus

Zusammenfassend lasse sich auf diverse Komplikationen im Klosterbereich hinweisen und das Brunnengelände sei zu empfehlen, schloss der Architekt. Sieben Gruppen ließen sich im Klosterbereich nicht oder nur mit großem Aufwand realisieren.

Einzig Ausschussmitglied Christian Osmalz (SPD) wunderte sich über die plötzliche Präferenz des Brunnenplatzes. Hahn ergänzte, die Genehmigung für den bisher genutzten Containerplatz in Kaichen laufe aus. Dann müsse eine Lösung her. FOTO: UDO

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