Begutachten die Linde (v. l.): Kurt Meisinger, Bürgermeister Michael Hahn, Thomas Lummitsch, Dr. Henning Hachmann und Barbara Feige. FOTO: UDO
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Begutachten die Linde (v. l.): Kurt Meisinger, Bürgermeister Michael Hahn, Thomas Lummitsch, Dr. Henning Hachmann und Barbara Feige. FOTO: UDO

Wieder eine Lutherlinde

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal-Assenheim(udo). Es gibt es wieder eine Lutherlinde in Assenheim. Gärtner der Baumschule Zeiger und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs von Niddatal pflanzten nun eine Linde auf dem Gelände des neu entstehenden Friedparks ein. Der Waltherpark befindet sich auf der rechten Seite vor dem Friedhofseingang.

Der Baum ist eine Spende des Geschichtsvereins Niddatal, wobei die Pflanzarbeiten in Kooperation mit der Stadt konzipiert worden waren. Zur Abnahme fanden sich - im vorgeschriebenen Corona-Abstand - Bürgermeister Michael Hahn, selbst Mitglied des Geschichtsvereins, und die Vorstandsmitglieder Barbara Feige, Dr. Henning Hachmann, Stadtrat Kurt Meisinger sowie Ehrenvorsitzender Thomas Lummitsch vor Ort ein.

Erste Linde gefällt

Die Anpflanzung ist in das Friedwaldkonzept für den sogenannten Walther-Park eingebunden, der noch im November seiner Bestimmung übergeben werden soll. Hier, wie auch an vielen anderen Orten, soll die Linde an den Reformator Martin Luther (1483 bis 1547) erinnern. Sein legendärer Anschlag von 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an die Kirchentür von Wittenberg wird als Initialzündung für die Entstehung der evangelischen Kirche in Deutschland betrachtet.

Dazu verbindet sich mit dieser Assenheimer Lutherlinde auch die Erinnerung an den Beginn der Reformation in Assenheim im Jahre 1550.

Damals führte der Solmser Reichsgraf Friedrich Magnus (1521 bis 1561) in seinen Landen das evangelisch-lutherische Bekenntnis ein. Das gräfliche Haus Solms ist auch bis heute in Assenheim beheimatet. Der jetzige Assenheimer Schlossherr, Philip Graf zu Solms-Rödelheim und Assenheim, ist der zehnfache Urenkel dieses Friedrich Magnus. Die erste Lutherlinde befand sich in der Nähe von Stadtverwaltung und Niddabrücke unmittelbar neben dem, vom NABU betreuten, ehemaligen Trafoturm. Sie wurde das Opfer einer Baumfällung vor einigen Jahren. Das Lutherjahr 2017 war für den Geschichtsverein Niddatal der Anstoß gewesen, die Assenheimer Lutherlinde durch eine Neuanpflanzung wieder auferstehen zu lassen. Martin Luther predigte vom "gütigen Gott", anstatt vom strengen Weltenrichter, tröstlich für Christen wie auch Anhänger der verschiedensten Religionen und Weltanschauungen.

Kurt Meisinger fasst die Hoffnung des Geschichtsvereins zusammen: "Möge die Linde, die seinen Namen trägt, alle beschirmen, die unter ihrer Krone eine letzte Ruhestäte gefunden haben."

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