Die erste Operation ist überstanden und der Igel ruht sich aus.	FOTOS: PM
+
Die erste Operation ist überstanden und der Igel ruht sich aus. FOTOS: PM

Furchtbare Verletzung

Niddatal: Igel gerät in Mausefalle, mit der „Gliedmaßen kaputt gehauen“ werden

Für Igel ist es nun an der Zeit Winterschlaf zu machen. In der Wetterau ist ein Stachelhäuter auf Futtersuche in eine Mausefalle geraten, er musste operiert werden.

  • Ein Spaziergänger hat im Wetteraukreis einen verletzten Igel gefunden und ins Tierheim gebracht.
  • Der Kleine war bei der Nahrungssuche bei Niddatal-Assenheim in eine Mausefalle geraten.
  • Eine OP an den Gelenken hat der Igel bereits überstanden, eine zweite soll bald folgen.

Schon wieder ein verletzter Igel im Wetteraukreis. Am vergangenen Freitag hörte ein Mann »merkwürdige Geräusche« beim Gassigehen mit seinem Hund in Assenheim. Er folgte den ungewöhnlichen Lauten und fand einen Igel, dessen Vorderpfote in einer Mausefalle feststeckte.

Der Assenheimer brachte das Tier, nachdem er die Falle entfernt und dem Kleinen eine Salbe aufgetragen hatte, zu Regina Weber. Sie betreibt für das Tierheim Elisabethenhof in Dorn-Assenheim eine Station für verletzte und kranke Igel.

Wetterau: Igel gerät auf Futtersuche in Mausefalle

Die Pfote des Tiers war so stark verletzt, dass Weber den Igel an Tierärztin Linda Geske übergab. »Die Vorderpfote muss vermutlich amputiert werden. Wenn das passiert, kann der kleine Igel nicht mehr im Freien leben«, sagt Weber. »Igel brauchen ihre Vorderpfoten, um zu klettern oder zu schwimmen.«

Viele Igel befinden sich derzeit schon im Winterschlaf, doch der Stachelhäuter aus Assenheim war noch sehr leicht und daher wohl auf Futtersuche, vermutet die Fachfrau. Das wurde ihm zum Verhängnis: Die Falle enthält einen Naturköder, der Mäuse anziehen soll und ihnen dann das Genick bricht.

Wetterau: Falle ist auch Gefahr für andere Kleintiere

»So eine Falle habe ich noch nie gesehen«, sagt Weber. »Damit werden Gliedmaßen kaputt gehauen. Wäre dieser Igel nicht zufällig entdeckt worden, wäre er vermutlich verhungert.« Doch diese Fallen seien nicht nur für Igel gefährlich. »Darin hätte sich auch eine freilaufende Katze oder ein kleiner Hund die Pfote verletzen können.«

Auch Sylke Weith, Leiterin des Tierheims Elisabethenhof, betont, dass diese Fallen für Wild- und Haustiere gleichermaßen gefährlich seien. »Es sollte verboten werden, eine solche Falle im Freien aufzustellen. Dadurch können Tiere verletzt werden und qualvoll verenden, wenn sie nicht zufällig gefunden werden, wie dieser Igel

Wetterau: Wird der Igel überleben?

Das Tier wurde von dem Assenheimer und seinem Hund in der Theodor-Fontane-Straße entdeckt. Es ist unklar, ob es sich um ein weiteres Opfer der Igelquäler handelt (die WZ berichtete). Womöglich ist die Falle aber auch zum Fangen von Mäusen in einem nahen Garten aufgestellt worden und der Igel hat sie beim Versuch zu entkommen mitgezogen.

Momentan befindet sich der Igel bei der Tierärztin. Dort gehe es ihm ganz gut und er fresse ordentlich. Allerdings musste er an den Gelenken operiert werden, und eine zweite Operation steht dem Kleinen noch bevor, sagt Weber. Je nachdem, wie diese ausgeht, darf er auf lange Sicht in die Wildnis zurück, oder er muss doch eingeschläfert werden. Igel sind wilde Tiere, die allein überleben müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare