Im Haus können 120 Personen untergebracht werden. Momentan ist die Einrichtung leer. "Das hat es bis jetzt noch nie gegeben", sagt Leiter Hans-Georg Grüber. 	 FOTOS: UDO
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Im Haus können 120 Personen untergebracht werden. Momentan ist die Einrichtung leer. »Das hat es bis jetzt noch nie gegeben«, sagt Leiter Hans-Georg Grüber. FOTOS: UDO

Wie es weitergeht, ist noch unklar

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal-Ilbenstadt (udo). Im Jugendwerk Sankt Gottfried ruht der Betrieb. Das zu normalen Zeiten von Leben erfüllte Haus liegt derzeit still neben der Basilika da. Die Mitarbeiter bleiben daheim. Die Aufträge der Freizeitgruppen, die zu besseren Zeiten hier logieren, mussten storniert werden.

Das auf dem Gelände des ehemaligen Prämonstratenserklosters gelegene Haus ist die Familienbildungsstätte des Bistums Mainz. Der Park ist von den Klostermauern aus Bruchsteinen umgeben. Im Haus können 120 Personen untergebracht werden. Es wird von Jugendfreizeiten, Workshops, Kursen, Seminaren besucht. Zu besseren Zeiten kommt es zu 16 000 Übernachtungen. Derzeit ruht der Betrieb.

Als die Direktive des Bistums und die Vorgabe des Landes zur Schließung Mitte März eintrafen, wurden bis zum 19. April alle Buchungen von Zimmern gecancelt, soweit sie nicht bereits storniert waren. Jetzt darf niemand ins Haus, und Leiter Hans-Georg Grüber wartet auf neue Vorgaben. Oberster Chef ist der Bischof, Verwaltungschef der Generalvikar. Das Haus wird von einem Kuratorium geführt. Ansprechpartner ist der Abteilungsleiter des Bereichs Seelsorge.

Die 14 hauswirtschaftlichen Mitarbeiter des Hauses bleiben daheim, denn »es muss nichts gekocht oder geputzt werden«. Die zwei Verwaltungsangestellten arbeiten per Homeoffice und schauen nur einmal in der Woche vorbei, um ihre Unterlagen auszutauschen. Leiter Grüber macht Homeoffice, ist aber an jedem Tag drei Stunden lang in der Bildungsstätte anwesend. Der Hausmeister kann seiner Arbeit im großen Park ohne Gefahr nachgehen und ist an jedem Tag präsent.

Die Essensvorräte konnten komplett eingefroren werden. Allerdings wurde im Vorfeld, als sich die Entwicklung abzeichnete, auch schon reduziert eingekauft.

Unklar ist, in welcher Weise der Betrieb wieder angefahren wird, ob in mehreren Stufen oder auf einmal. Das entscheidet laut Grüber das Bistum. Das weitere Vorgehen sei nicht abzusehen.

Während der großen Renovierungsarbeiten von 2005 bis 2008 (für fünf Millionen Euro) war das Haus niemals komplett geschlossen. Sogar die raumaufwendige Buchausstellung der Katholischen Öffentlichen Bücherei konnte an einem neuen Ort, dem Pilgerhaus, stattfinden. Eine Zwangspause wie jetzt hat es laut Grüber »bis jetzt noch nicht gegeben, und das wird auch hoffentlich nicht wiederkehren«.

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