Bernd Geide warnt die Senioren vor Betrügern. 	FOTO: UDO
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Bernd Geide warnt die Senioren vor Betrügern. FOTO: UDO

Warnung vor falschen Verwandten

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal-Ilbenstadt (udo). Man sollte meinen, Senioren seien ausreichend vor den Betrugsversuchen falscher Verwandter gewarnt. Doch Kriminelle finden immer neue Tricks, um hilfsbereite Opfer zu verleiten, falschen Verwandten Geld zu geben oder scheinbar Hilfesuchende in ihre Wohnung zu lassen. Um die Mitglieder der Seniorengemeinschaft der katholischen Pfarrei aufzuklären, hatte Marita Schulmeier den früheren Kriminalbeamten Bernd Geide zu einem Vortrag in den Gottfriedssaal eingeladen. Geide ist Dozent für Seniorenveranstaltungen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) und zertifizierter Sicherheitsberater für Senioren der Stadt Wiesbaden. Er sprach über Sicherheit im Alter und über Täuschen, Lügen und Tricksen. Die Polizei sei angesichts der Aktualität der Thematik über eine Entlastung froh. Daher berate er.

Manche Senioren seien wegen ihrer Leichtgläubigkeit und Hilflosigkeit ideale Opfer. Ihre anerzogene Höflichkeit und ihre Hilfsbereitschaft kämen hinzu. Oft lebten Senioren alleine im Haus.

Es gelte, vorsichtig zu sein, aber nicht ängstlich. Wer die Tricks der Kriminellen kenne, könne sich gegen sie schützen. Geide stellte konkrete Situationen an der Haus- und Wohnungstür vor. Er präsentierte in Varianten falsche Handwerker, Kirchenmitarbeiter, Bankangestellte und Polizisten. Die Polizei kündige einen Besuch niemals vorher an und rufe auch nicht unter der 110 an.

Oft werde die Hilfsbereitschaft an der Wohnungstür ausgenutzt, doch da gelte es im Zweifelsfall, hart zu bleiben. Ein Riegel und eine Sperrkette verschafften Sicherheit. Geide machte mit unseriösen Haustürgeschäften vertraut, mit vermeintlich günstigen Artikeln, Abonnements, Verträgen, Spenden. Keinesfalls dürfe man sich von unangekündigten Handwerkern zu unbedachten, am Ende äußerst ungünstigen Haustürverträgen bereden lassen.

Geide empfahl eine Gegensprechanlage, einen Türspion und einen Sperrriegel. Ausweise seien vorzuzeigen und eventuelle Kontrollanrufe zu tätigen: »Aber lassen Sie sich dann keine Telefonnummer geben, sondern suchen sie selbst heraus!« Vorgetäuschte Bitten sollten abgelehnt werden, auch wenn es schwerfalle: »Wenn Sie eine fremde Mutter mit ihrer kleinen Tochter in die Wohnung lassen, wird das Kind alle Zimmer auf den Kopf stellen, während die Mutter in Ruhe die Schubladen untersucht!«

Das nächste Kapitel galt Gefahrensituationen am Telefon. Beispiele sind der Enkeltrick, der Schockanruf, das falsche Gewinnversprechen oder die Ankündigung einer falschen Amtsperson. Es folgten Hinweise für das sichere Verhalten am Telefon. Nach der Betrachtung von Gefahrensituationen im Internet informierte der Referent über Schutzmöglichkeiten und ging auf Fragen ein. Die Senioren dankten für die lebensnahen Informationen und Schulmeier bat um einen weiteren Besuch.

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