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Wahrer Reichtum liegt im Teilen

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Von: Udo Dickenberger

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Der Erntealtar ist reich geschmückt. © Udo Dickenberger

Niddatal-Kaichen (udo). Wer einen Hausgarten hat oder der Landwirtschaft verbunden ist, dem dürfte spätestens in diesem Dürresommer klar geworden sein, dass eine auskömmliche Ernte nicht selbstverständlich ist. Umso beeindruckender erschien den Gottesdienstbesuchern am Sonntag in der evangelischen Kirche in Kaichen der Altarraum, der vom Kirchenvorstand mit Obst und mit Früchten des Ackers prächtig geschmückt worden war.

Pfarrerin Evelyn Giese hatte Exoten wie Granatäpfel oder Kiwis mitgebracht, die sie gemeinsam mit Kindern aus der Gemeinde bestimmte. Dabei wurde die Problematik deutlich: In Zeiten globaler Vernetzung scheint alles immer verfügbar. Allerdings erleben wir momentan ebenso, wie unerwartet fragil dieses weltweite Wirtschaftssystem ist, dass durch gestörte Lieferketten Waren knapp werden und die Preise steigen.

Giese kam in diesem Zusammenhang auf das Gleichnis des reichen Kornbauern im Lukas-Evangelium zu sprechen, der nach einer reichen Ernte seine Scheunen abbrechen und größere bauen will, um Vorräte zu sammeln, damit seine Seele Ruhe habe. Aber Gott sprach zu ihm: »Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.« Gerade in Zeiten wie diesen liege im Teilen, in der gegenseitigen Solidarität, in der Nächstenliebe, der wahre Reichtum und Segen, betonte Giese.

Chorlieder und Landfrauenkuchen

Bekräftigt wurde der Erntedank-Gedanke vom gemischten Chor der Chorgemeinschaft Kaichen unter Leitung von Daniel Sans mit dem demütigen und lobenden »Danklied« von Bernhard Weber und dem abschließenden berührenden Friedenswunsch »Dona nobis pacem«. Im Nachklang der Predigt schmeckten anschließend im Gemeindehaus die deftigen Kürbis- und Kartoffelsuppen sowie später Kaffee und Kuchen besonders gut. Die konnten nach Corona-Pause in diesem Jahr wieder von den Landfrauen angeboten werden.

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Der gemischte Chor sind das »Danklied«. © Udo Dickenberger

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