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Vertrag über Jugendarbeit wird gekündigt

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Wie es mit dem Jugendclub in Ilbenstadt  weitergeht, ist unklar.
Wie es mit dem Jugendclub in Ilbenstadt weitergeht, ist unklar. © Udo Dickenberger

Niddatal (hed). Das Konzept der offenen Jugendarbeit in Niddatal soll nach dem Willen des Stadtparlaments auf neue Füße gestellt werden. »Wir wollen die Jugendpflege nicht sterben lassen, aber so, wie es läuft, kann es nicht weitergehen«, sagte Florian Porth (CDU) in der Sitzung am Montag.

Für die 75 000 Euro, die man jährlich zahle, bekomme man zu wenig. »Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen.« Nach dem einstimmigen Votum soll der Magistrat den Vertrag mit dem evangelischen Dekanat Wetterau kündigen, damit neu verhandelt werden kann. Ab 2016 soll ein neues Konzept her.

Seit 20 Jahren kooperieren Stadt und Dekanat bei der Jugendarbeit. In Jugendclubs in Ilbenstadt, Kaichen und Bönstadt können die Teenager gemeinsam abhängen, Kicker oder Darts spielen. Es wird zusammen gekocht, man unternimmt Ausflüge. Sozialarbeiterin Gerlinde Jallow und Gemeindepädagoge Edwin Pfuhl sowie wechselnde Honorarkräfte betreuen die Jugendlichen.

Doch die Angebote erreichen bei Weitem nicht alle Teenager. »Es ist wenig Leistung für viel Geld«, befindet auch CDU-Fraktionschef Michael Hahn. Deshalb wolle man nun den Vertrag kündigen, da es sonst »immer so weiter läuft«. Magistrat und Dekanat sollten sich zusammensetzen und eine neue, ab 2016 geltende Regelung ausarbeiten.

Für Achim Saßmannshausen (SPD), dessen Sohn bei der Jugendpflege arbeitet, ist die Kündigung ein völlig falsches Signal. Man dürfe den Verantwortlichen nicht derart vor den Kopf stoßen und behaupten, die Jugendarbeit sei gescheitert. Auch könne man so in keine Verhandlungen mit dem Dekanat gehen. Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel sah das ähnlich: »Wer sagt denn, dass dort im letzten Jahr nichts passiert ist?« Jugendarbeit sei zudem eine Stelle, an der kein Euro zu viel investiert sei. »Sonst müssen wir in ein paar Jahren das Vielfache zahlen, um das Versäumte geradezubiegen.«

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