Der Trafoturm ist von außen schon fertig. Noch fehlt der Innenausbau für das Zuhause der bedrohten Tiere. FOTOS: PM
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Der Trafoturm ist von außen schon fertig. Noch fehlt der Innenausbau für das Zuhause der bedrohten Tiere. FOTOS: PM

Ein Turm für bedrohte Tiere

  • vonred Redaktion
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Niddatal-Assenheim(pm). Der alte Trafoturm an der Nidda wird zu einem neuen Zuhause für Fledermäuse und Vögel. Möglich macht dies das Projekt "Ein Turm für bedrohte Tiere" des BUND Niddatal/Florstadt, das nun von der Umweltlotterie "GENAU" gefördert wurde - wie schon so viele andere Umweltprojekte in der Wetterau.

Seit dem Jahr 2018 ist der ehemalige Trafoturm im Besitz des NABU; die Stadt Niddatal hatte ihn dem Umweltverband zur Verfügung gestellt. Zentral im Ort gelegen, bot der Graffiti-verschmierte Turm bislang keinen schönen Anblick. Nicht nur sein Erscheinungsbild wollte der NABU ändern, sondern vor allem seine Funktion. Zunächst packte die Jugendgruppe des NAJU Wetterau an und ließ die Malereien hinter Fassadengemälden von Fledermäusen und Vögeln verschwinden. Auch Nistkästen wurden angebracht. Doch damit die Tiere einziehen können, muss der rund zehn Meter hohe Turm noch mit einem speziellen Innenausbau versehen werden - dazu fehlten bislang die Mittel, sagt NABU-Vorsitzender Frank Uwe Pfuhl. Er meldete das Projekt daher 2018 bei der Umweltlotterie "GENAU" an - und am 21. Februar 2020 glückte dann der mit 5000 Euro verbundene Zusatzgewinn.

Ausstellung im Erdgeschoss?

Damit könne der Innenausbau voraussichtlich im April beginnen. "Wir werden Zwischenböden aus Holz, sichere Leitern zur Begehung, Einflugschlitze für die Fledermäuse, verschiedene Spaltenquartiere für unterschiedliche Fledermausarten im Innenraum anbringen sowie Kontrollklappen in die Böden einbauen", erklärt Pfuhl. Er hofft nun, dass bald die im Umkreis gesichteten Arten (Wasserfledermaus, Zwergfledermaus, das Braune Langohr, der Große Abendsegler und weitere) den Turm annehmen.

Beim Ausbau sollen aber auch weitere Öffnungen für Vogelarten wie Haussperling, Star und Mauersegler vorgesehen werden, die ein eigenes kleines Quartier im Turm beziehen können, getrennt von dem der Fledermäuse. Sollte nach Abschluss dieser Ausbaumaßnahmen noch etwas übrig sein, stehe eine kleine Fledermaus-Ausstellung im Erdgeschoss auf der Wunschliste. Durch die zwei großen Flügeltüren im Erdgeschoss könnte ein Ausstellungsraum gut integriert werden. "Wir wollen die Tiere selbstverständlich nicht stören, dafür ist durch die Teilung gesorgt, aber gerne auf ihre zunehmend schlechtere Nist- und Brutsituation aufmerksam machen und mögliche Nachahmer finden", sagt Pfuhl. Er wünscht sich weiter drei größere Infotafeln mit Fotos zu Biologie und Lebensweise der Fledermäuse und einen ausziehbaren Tisch mit Anschauungsobjekten.

Das Turmprojekt des NABU Niddatal/Florstadt ist das inzwischen 29. Gewinner-Projekt im Wetteraukreis. Der Kreis profitierte damit bislang von einer Umweltförderung aus der Lotterie in Höhe von 145 000 Euro für seine Umweltprojekte - und damit mehr als jede andere hessische Region. Und: Ein weiteres Wetterauer Projekt wird aktuell ausgewählt, aus der Ziehung vom 13. März. Bewerbungen können auf www.genau-lotto.de angemeldet werden. Sie werden dann nach fachlicher Prüfung durch den Umweltprojektbeirat in den Kreis der zur Auswahl stehenden Umweltprojekte aufgenommen.

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