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Für Stadtbus und Sanierung

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Wünschen sich einen Stadtbus für Niddatal (v. l.): die Linken-Kandidaten Rudi Kreich, Wolfgang Bott, Irmgard Biebl und Norbert Eidenhammer.
Wünschen sich einen Stadtbus für Niddatal (v. l.): die Linken-Kandidaten Rudi Kreich, Wolfgang Bott, Irmgard Biebl und Norbert Eidenhammer. © David Heßler

Niddatal (hed). Ein Stadtbus für ganz Niddatal, der Erhalt aller Bürgerhäuser, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, langfristig kostenfreie Kita-Plätze – die Wunschliste der Linken, die am 6. März erstmals fürs Niddataler Stadtparlament kandidieren, ist lang. Und könnte teuer werden.

Geht das in Zeiten leerer Kassen? Ja, sagt Spitzenkandidat Wolfgang Bott. »Wir sind ein reiches Land. Das Geld ist da. Es muss nur besser verteilt werden.«

Der Vorsitzende des Tischtennisclubs aus Assenheim ist wie mehrere seiner Mitstreiter auf der neun Personen umfassenden Kandidatenliste parteilos, sympathisiert aber mit den linken Ideen. Bott kritisiert den vorherrschenden »Neoliberalismus«, fordert eine Reichensteuer und dass Kommunen wie Niddatal endlich mehr Geld von Land und Bund bekommen, »damit die kommunale Selbstverwaltung nicht zur Worthülse verkommt«. Es sei wichtig, dass sich die Gemeinden stärker wirtschaftlich betätigen können, was das Gesetz derzeit noch verbietet.

Alles Dinge, die im Niddataler Stadtparlament nicht entschieden werden. Dennoch betont Bott, jede Stimme für die Linke verschärfe den Druck auf die »Eliten«. Er würde beispielsweise auch nicht davor zurückschrecken, dem Landrat keinen zusammengestutzten Haushalt vorzulegen. »Man muss auch mal Nein sagen können.« Immer höhere Steuern und Gebühren; die Kommunen würden »von oben kaputtgespart«.

»Kostenfreie Bürgertreffs nötig«

Dabei seien die Zinsen niedrig wie nie. Für die öffentliche Hand die beste Zeit zum Investieren, finden die Niddataler Linken. Etwa in die Schaffung von sozialem Wohnraum. 30 Prozent der Flächen in künftigen Neubaugebieten sollen dafür freigehalten werden. Ein professionelles Wohnungsmanagement in Niddatal müsse her, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gegründet werden. »Nicht nur Flüchtlinge brauchen Wohnungen«, betont Irmgard Biebl. Die Ilbenstädterin (Listenplatz 2) sorgt sich vor allem um die älteren, meist ärmeren Niddataler. Es sollte kostenfreie Räume geben, am besten in den Bürgerhäusern, in denen man sich treffen könne. Um den »innerstädtischen Austausch« zu fördern und so auch dem »Klein-Klein-Denken« entgegenzuwirken. Ein Stadtbus, der im Stundentakt, bis in die Abendstunden verkehrt und auch die S-Bahn in Wöllstadt ansteuert. »Das braucht Niddatal. 2,50 Euro für eine einfache Fahrt sind einfach zu viel.« Weitere Haltestellen an Schulen, Kitas, Arztpraxen, Apotheken und Märkten müssten ebenfalls her. Und in jedem Stadtteil ein Jugendraum – etwas, von dem das aktuelle Stadtparlament sagt, es sei zu teuer.

Noch wichtiger aber: »Das Bürgerhaus in Ilbenstadt muss erhalten bleiben«, sagt Bott. Nach der Wahl könnten CDU und Co doch Ernst machen, befürchtet er. »Und wenn sie eines abreißen, ist bald das nächste dran.« Mit Rolf Lamade haben die Linken einen ehemaligen SPD-Stadtverordneten in ihren Reihen. Sie wollen, sollten sie ins Parlament kommen, mit allen Fraktionen sprechen und spekulieren darauf, das »Zünglein an der Waage« zu werden.

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