Die ersten Kastanien sind bereits eingekürzt, doch es sind noch weitere Baumarbeiten in der

Allee notwendig.	FOTO: NICI MERZ
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Die ersten Kastanien sind bereits eingekürzt, doch es sind noch weitere Baumarbeiten in der Allee notwendig. FOTO: NICI MERZ

Stadt sieht Gefahr in Verzug

Sorge um Kastanienbäume in Assenheim

  • VonSophie Mahr
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In der Kastanienallee in Assenheim stehen viele große und alte Kastanienbäume. Anwohner gehen dort gerne spazieren. Doch das ist nicht ganz ungefährlich, wie ein Baumgutachten ergeben hat.

Anwohner der Kastanienallee in Niddatal-Assenheim sind besorgt. Zunächst waren an manchen Bäumen in ihrer Straße nur rote Kreuze als Markierung zu sehen, später ist dann das unverkennbare Geräusch von Motorsägen zu vernehmen: An den Bäumen werden Arbeiten vorgenommen.

Manche Anwohner fürchten, dass alle Kastanien gestutzt oder sogar gefällt werden könnten und haben sich deshalb an die WZ gewandt. Bürgermeister Michael Hahn sagt, es sei Gefahr in Verzug, doch es würden nur Maßnahmen getroffen, die notwendig seien.

Befürchtungen der Anwohner

»Falls ausgewählte Bäume gefällt werden müssen, pflanzen wir dafür wieder neue ein. So wurde es auch auf dem Friedhof in Bönstadt gemacht.«

»In den Kastanien leben so viele Vögel, wie Käuzchen, und Eichhörnchen, die Bäume dürfen nicht einfach gefällt werden«, sagt ein Assenheimer. »Zudem halten die Bäume den Lärm des Bahnverkehrs ab und die Luft sauber.« Er und andere Anwohner befürchten, dass nicht nur kranke, sondern auch gesunde Bäume gefällt werden könnten.

Gefährliches Totholz

Die Arbeiten in der Kastanienallee haben am vergangenen Donnerstag begonnen. Sie mussten jedoch noch am selben Tag wieder abgebrochen werden, da ein Anwohner sein Auto trotz Halteverbots unter den Bäumen geparkt hatte, wie das Ordnungsamt der Stadt auf WZ-Nachfrage mitteilte.

Bürgermeister Hahn erklärt den Hintergrund der Arbeiten. »Das Totholz der betroffenen Bäume ist gefährlich. Dort könnte beispielsweise ein Ast herunterfallen. Deshalb müssen diese Arbeiten gemacht werden. Wir machen nichts, was nicht sein muss.«

1430 Bäume kontrolliert

Zuvor seien alle 1430 Bäume der Stadt bei der jährlichen Kontrolle durch den Baumsachverständigen Thomas Sinn und dessen Mitarbeiter begutachtet worden. Das Gutachten habe ergeben, dass bei 371 Bäumen der Stadt dringend Maßnahmen angebracht wären. 108 dieser Maßnahmen seien Altlasten aus den vorangegangen Jahren.

Zwei Roßkastanien aus der Kastanienallee weisen eine hohe Dringlichkeit auf. Denn dort sind zum Teil die Noten Vier bis Fünf vergeben worden. Die Notenvergabe entspreche dem Schulnotensystem.

Altlasten beseitigen

Es wird immer mit den Bäumen begonnen, die die höchste Dringlichkeit aufweisen, sagt Bürgermeister Hahn. Im Zuge dieser Arbeiten sollen zudem Altlasten und auch Bäume mit mittlerer oder geringer Dringlichkeit in der Allee behandelt werden.

Die Arbeiten in der Kastanienallee sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Nun jedoch mit einer vollständigen Sperrung des jeweiligen Parkplatzabschnitts. So soll verhindert werden, dass Autos im Weg stehen und beschädigt werden könnten.

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