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Dieses Reh wurde am Dienstag an den Maschinenhallen am Mühlweg gerissen.

Rehe überfahren oder gerissen

  • VonUdo Dickenberger
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Niddatal (udo). Erneut wurde am Dienstagabend am Mühlweg in Ilbenstadt an einer der Maschinenhallen von einem frei laufenden Hund ein Reh gerissen. Luigi Franzisi ist seit 1998 Pächter des Jagdreviers Ilbenstadt 2, das längst der Landesstraße nach Burg-Gräfenrode liegt. Er klagt, dass immer wieder Rehe von frei laufenden Hunden gehetzt werden.

Einige Rehe würden gerissen, andere liefen auf der Landesstraße in Autos. Die Straße sei gefährlich, weil sie einerseits schmal ist, andererseits aber kerzengerade verläuft und dazu einlade, mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren. Es bestehe an der Landesstraße keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Die Kiebitze auf dem Renaturierungsgebiet Niederwiesen werden seit einem halben Jahr durch einen Zaun geschützt, der vom Forstamt Nidda aufgebaut wurde und die Prädatoren abhält. Die Rehe und Hasen sind den frei laufenden Hunden schutzlos ausgesetzt. Wollen sie zum Wald oberhalb von Burg-Gräfenrode fliehen, werden sie auf der stark befahrenen Landesstraße überrollt.

Franzisi ärgert sich über die Rücksichtslosigkeit vieler Hundehalter. Er fordert eine Leinenpflicht. In der vergangenen Jagdsaison, die gerade zu Ende ging, wurden auf der Landesstraße von Ilbenstadt nach Burg-Gräfenrode elf Rehe überfahren, die meist gehetzt worden waren. Eine Jagdsaison dauert vom 1. April bis zum 31. März. Zurzeit ist wenig Bewuchs vorhanden. Deshalb leben Rehe in der Setzzeit gefährlich.

Leinenpflicht einziger Ausweg

Das letzte Reh fiel am Dienstagabend frei laufenden Hunden zum Opfer, berichtet der Jagdpächter. Es wurde an den Maschinenhallen im Mühlweg (im Westen Ilbenstadts) gerissen. Anwohner hätten den Vorgang beobachtet. Morgens und abends seien hier regelmäßig zahlreiche frei laufende Hunde zu beobachten, die, wenn sich die Gelegenheit ergibt, zu hetzen beginnen. Da Rehe und Feldhasen keine Fluchtmöglichkeit haben, sieht Franzisi in einer Leinenpflicht den einzigen Ausweg.

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