dab_heilig1_080921
+
Die Pfarrer Bernd Richardt (l.) und Joachim Hagel feiern das Hochamt.

Prozession gegen Verkauf

  • VonUdo Dickenberger
    schließen

Niddatal-Ilbenstadt (udo). In den Fürbitten im Hochamt des Gottfriedsfests ist der Heilige um eine Fürsprache für eine würdige Zukunft des Hauses gebeten worden. Die Lichterprozession führte um die alten Klostermauern, um darauf aufmerksam zu machen, dass das Bischöfliche Ordinariat das ehemalige Kloster, in dem zuletzt die Bildungsstätte Sankt Gottfried untergebracht war, verkaufen will.

Hoffnung ruht auf Stadt

Pater Joachim Hagel, Pfarrer in Cappenberg, predigte und konzelebrierte. Das Hochamt wurde vor der Prozession gefeiert, damit die Besucher keine Lücke zwischen einem Gottesdienst am Morgen und dem Umzug am Abend überbrücken mussten. Als Gäste nehmen regelmäßig Tertiare des Prämonstratenserordens teil, die den dritten Zweig, den Laienzweig, bilden. Laudes und Vesper, Kaffee und Abendessen ergänzten das Programm.

Pfarrer Bernd Richardt begrüßte die Gäste zum Hochamt und erinnerte an die Überführung der Gebeine vor 110 Jahren von Prag nach Ilbenstadt. Es beginne ein Weg der Jubiläen mit 900 Jahren Prämonstratenserorden, dem Kloster Cappenberg und dem Kloster Ilbenstadt. Zu hoffen sei, dass möglicherweise die Stadt das Kloster erwerbe. Gottfried dürfe um Erbarmen gebeten werden.

Die Lesung aus dem ersten Philipperbrief kreiste um den Verlust, die Trennung, die Gerechtigkeit und die Erkenntnis. Pater Hagel predigte über das, was zu wünschen sei. Gottfried habe ein verständiges Herz verliehen bekommen. Norbert von Xanten habe seine Umkehr bewirkt. 1126 habe Gottfried Norbert als Erzbischof von Magdeburg erlebt. 1127 sei er gestorben.

Jörg Alfons Hutter musizierte an der Onymus-Orgel. Eine informelle Bläsergruppe, die Kapelle Braun, begleitete die Prozession.

Seit 1911 wird in Ilbenstadt das Gottfriedsfest gefeiert. Damals wurde das Haupt des Heiligen feierlich von Prag nach Ilbenstadt zurückgebracht. Es war nach Böhmen gelangt, weil der letzte Abt in Ilbenstadt, Caspar Lauer, es bei der Auflösung des Klosters nach seinem Alterssitz in Camberg mitgenommen hatte, um es zu retten.

Seit dem Jahr 1911 wird am ersten Septemberwochenende mit einer Lichterprozession des Heiligen gedacht. Gottfrieds Hochgrab befindet sich im Chor der Ilbenstädter Basilika. Er ist der Schutzpatron der Wetterau. Gottfried folgte den Lehren des Gründers des Prämonstratenserordens, Norberts von Xanten, entsagte seinem weltlichen Besitz und gründete das Kloster Ilbenstadt.

Der Schrein mit den Reliquien des Heiligen wird durch die Kirche und anschließend um die Klostermauern getragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare