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Andenken an Afrika: Von diesem Kontinent ist der Weltreisende Reinhold Bär am meister begeistert.

Per Frachtschiff durch die Südsee

  • VonUdo Dickenberger
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Niddatal (udo). 193 Länder sind Mitglied der Vereinten Nationen. 150 Länder hat Reinhold Bär besucht. Die Pandemie hatte das Erreichen des großen Ziels verzögert. Doch jetzt ist die Urkunde eingetroffen: vom Travelers Century Club, einem US-amerikanischen Verein, dessen Mitglieder mindestens 100 Länder bereist haben. Die jüngste Reise hatte Bär nach Kreta geführt.

Eine Rundfahrt dort ging nach Knossos und Heraklion. Die nächste Reise hat Moldawien und Transnistrien zum Ziel, »das große Freiluftmuseum der Sowjetunion«.

Dem 68-jährigen Vermessungsingenieur im Ruhestand fehlen in Europa noch die Kleinstaaten Andorra und San Marino sowie die britischen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland, außerdem Weißrussland und Irland. In seinem Vorgarten flattert eine Eintracht-Flagge. Auf seinen Reisen stellte Bär überraschend fest, dass der Frankfurter Traditionsklub überall bekannt ist.

Reisen ist nicht immer umweltverträglich. Bär betont allerdings, dass er zu Hause mit dem E-Auto, seiner Fotovoltaikanlage, seiner Kleidung und bei Lebensmitteln auf den ökologischen Fußabdruck achte. Von den Ländern, die er noch nicht besucht hat, steht eines auf seiner Wunschliste, das bei vielen Menschen eher mulmige Gefühle auslösen würde: Nach Nordkorea würde er sofort aufbrechen, sagt er. Zumal ihm in »problematischen Ländern« oft die sympathischsten Menschen begegnet seien. Seine längste Reise verbrachte Bär in den 1990er Jahren auf einem Frachtschiff quer durch die Südsee. Beim Löschen der Ladung an ihren Bestimmungshäfen konnte Bär ausgiebige Exkursionen unternehmen. Er besuchte die Gräber des französischen Chansonniers Jacques Brel und des Malers Paul Gauguin, der in Französisch-Polynesien verstorben ist. Und er fuhr mit der transsibirischen Eisenbahn. Lehrreich waren alle diese Unternehmungen. So hat Bär festgestellt, dass Frankreich die längste Grenze mit Brasilien hat - dank des Überseegebiets Französisch-Guayana. Spät hat er mit dem Reisen begonnen, »kurz bevor ich in Rente ging«, sonst wäre er schon viel weiter auf seiner Länderliste. An Busreisen nimmt er allerdings nur sehr selten teil. Dafür kennt er seit 2018 japanische Hochgeschwindigkeitszüge. Damals ging es zum Fujiyama. Von allen Ländern sei Japan der Heimat am ähnlichsten.

Von Afrika fasziniert

Die weltweiten Eindrücke sind vielfältig: In Moskau beispielsweise begeisterten ihn die U-Bahn-Stationen. In Afghanistan, das zurzeit durch die Machtübernahme der Taliban und die katastrophale Situation auf dem Flughafen in Kabul in den Schlagzeilen ist, war Bär noch nicht. Wohl aber in Usbekistan. Ulan Bator steht noch auf seiner Liste. Von Irkutsk will er über die Mongolei China erreichen.

Unterwegs, so berichtet er, begegneten einem viele Deutsche. »Am ausgiebigsten sind Baden-Württemberger unterwegs«, stellte er fest. Am meisten fasziniert ihn das »fremdartige Afrika«. Konsularische Hilfe benötigte er bisher nie. Nur einmal saß der Reisende Bär auf heißen Kohlen - weil das Visum versehentlich in der englischen Schreibung des Namens, »Bear«, ausgestellt war.

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