In den Klostermauern

Oekogeno will in Ilbenstadt bezahlbaren Wohnraum schaffen

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"Solidarisch leben, gemeinsam handeln" war das Motto eines Info-Abends der Genossenschaft Oekogeno. Diese will ein Wohnprojekt in den Ilbenstadt realisieren.

Über das Wohnprojekt "Leben in den Klostermauern" informierte die Genossenschaft Oekogeno jetzt nur wenige Meter von ihrem Klosterbauprojekt entfernt im Weißen Saal des Hauses Gottfried und stellte sich der Diskussion. "Solidarisch leben, gemeinsam handeln" war das Motto des gut besuchten Abends.

Die Interessenten kämen von weither, erläuterte Regionalleiter Joerg Weber. Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel dankte Oekogeno für die Standortwahl. Das Projekt sei vom Land Hessen ausgezeichnet worden. Die Pläne eröffneten Hoffnungen. Die Gartenanlage soll auch von den Einheimischen benutzt werden können.

Die Genossenschaft will in Ilbenstadt attraktiven und bezahlbaren Lebens- und Wohnraum schaffen. Sie will dabei Familien mit Kindern genauso ansprechen wie Senioren, Single-Haushalte oder Paare. Sie will auch Menschen mit Handicaps integrieren. Im Mittelpunkt des Projekts soll das Thema Gemeinschaft stehen.

Weber führte aus, was gebaut werde, dürfe die Fernsicht auf Ilbenstadt nicht beeinträchtigen. Die Auflagen des Denkmalschutzes führten zwar zu Verzögerungen, doch "wir hoffen, dass wir in diesem Jahr mit dem Aushub beginnen können". Die Interessentenliste umfasse 265 Personen, von denen 120 ernsthaft interessiert seien.

Es könnten Genossenschaftsanteile gezeichnet werden. Möglicherweise könnten in einem der Altbauten zusätzliche Wohnungen eingerichtet werden. Der Genossenschaftsanteil als Fördermitglied betrage 1000 Euro. Drei Anteile seien notwendig. Bis zu 45 Prozent Eigenkapital sollen aufgebracht werden.

Arztpraxen und ein Laden

Weber erläuterte, dass Singles, Studenten, Familien mit Kindern, Alleinerziehende, Senioren, Pflege-Wohngemeinschaften und Assistenz-Wohngemeinschaften einziehen sollen. Das Projekt ziehe ungewöhnlich viele Interessenten an. Weber erläuterte die verschiedenen Gefällelagen auf dem Areal, die Gestaltungsmöglichkeiten des Hofs, den Blick vom Hof zum Klostergarten und die "kommunikativen Treppenhäuser". Zwei Aufzüge seien geplant und erzeugten hundertprozentige Barrierefreiheit.

Sechs Varianten zum Hauptbau existierten, zwei davon seien noch in der Auswahl. Bei der favorisierten Lösung werde zugunsten der Barrierefreiheit ein Flachdach errichtet, das eine Photovoltaikanlage ermöglichen soll. Voraussichtlich werde ein Holzständerbau bevorzugt. Der Flachbau ermögliche den Blick auf die Kirchturmuhr. Zweimal 30 Fahrradstellplätze seien vorgesehen. Die Tiefgarage biete bis zu 50 Plätze. Unklar sei noch die Lage der Zufahrtstraße. Oekogeno-Mitarbeiterin Stefanie Schubring erklärte den "Weg zu den Wohnungen" und das Vergabeverfahren, bei dem die Hausgemeinschaften bewusst zusammengestellt würden.

Danach wurden Fragen beantwortet. Oekogeno bemühe sich um Kostenmieten. Diese sänken tendenziell, weil Kredite irgendwann bezahlt seien. Man baue langlebig. Bei vergleichbaren Projekten gebe es Kostenrückerstattungen: "So wie wir bauen, gibt es wenig Nebenkosten". Würden Gärtnerarbeiten übernommen, sänken die Kosten weiter.

Unklar sei noch die Denkmalschutzförderung. Würde nach einigen Jahren eine kleinere Wohnung benötigt, könne die Wohnung verkleinert oder eine andere Wohnung bereitgestellt werden. Mehrere Gemeinschaftsflächen seien vorgesehen. Im Kutscherbau könne ein Hostel eingerichtet werden, um Besucher unterbringen zu können.

Geplant ist ein Café. Die Gärten könnten unterschiedlich benutzt werden. Auch Sozialwohnungen sollen angeboten werden. Ein Regionalladen ist außerdem in der Planung. Möglicherweise können später Hospizplätze oder Arztpraxen im Pächterbau untergebracht werden. Nicht geklärt wurde am Abend, ob die Glocken laut läuten werden.

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