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Niddataler Liederabend zurück zu den Wurzeln

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Niddatal-Kaichen (udo). Vor vier Jahren hatte der Männergesangverein Einigkeit während der Fußball-Weltmeisterschaft zum ersten Niddataler Liederabend ins Festzelt an der Lögesmühle eingeladen. Jetzt - kurz vor Beginn der WM - veranstaltete der Gesangverein Eintracht den fünften Liederabend im Kaichener Bürgerhaus.

Niddatal-Kaichen (udo). Vor vier Jahren hatte der Männergesangverein Einigkeit während der Fußball-Weltmeisterschaft zum ersten Niddataler Liederabend ins Festzelt an der Lögesmühle eingeladen. Jetzt - kurz vor Beginn der WM - veranstaltete der Gesangverein Eintracht den fünften Liederabend im Kaichener Bürgerhaus. In den Jahren davor waren die Sänger im Klosterpark Ilbenstadt, im Pfarrgarten in Wickstadt und im Bürgerhaus Bönstadt zusammengekommen.

Liebhaber gepflegter Chormusik kamen am Sonntag auf ihre Kosten. Die Veranstalter waren erfreut, dass trotz des Frühlingswetters Hunderte Besucher gekommen waren, um sich von der Gesangskultur in Niddatal zu überzeugen. Conférencier Michael Hahn verblüffte mit kulturgeschichtlichen Beiträgen. Lothar Lösch, Organisator der Open-Air-Konzerte im Klosterpark, erfreute mit launigen Erklärungen, weshalb die zum Teil vom ihm selbst dirigierten Beiträge der Einigkeit immer politisch korrekt seien. Stefan Koschorr steuerte den »Slowenischen Weinkranz« bei und ergriff dann den Dirigentenstab. Das Publikum hatte seinen Spaß am Mix aus traditionellen Stücken und modernen Beiträgen.

Die Eintracht sang unter Daniel Sans Titel, die auch beim Freiluftkonzert am 2. Juli in Ilbenstadt zu hören sein sollen. Das dynamische Zulu-Spiritual »Syjahamba« befindet sich auch im Repertoire weiterer dreier Chöre aus Niddatal. Nach dem emotionalen »Can’t help falling in love« folgte mit »Good news, chariot is coming« der zweite Gospel-Titel des Nachmittags.

Hahn stellte Betrachtungen über die Kraft der Musik an, und die Heimatliebe präsentierte unter Leitung von Jörg-Alfons Hutter ihr »Fröhliche Welt«-Potpourri mit einer Hommage an Liebe und Wein. Nach einer Lobpreisung des Rheins und der dort wohnenden Mädchen versetzte die Sängervereinigung den Saal mit heiteren Trinkliedern in beste Laune. Einleuchtend reimte sich »Chianti« auf »in flagranti« und »Ouzo« auf »Caruso«. Der Gesangverein Frohsinn pries Jerusalem als »auserwählte Stadt«, über der die Engel singen. In mehreren Sprachen lobte der Chor die Bergwelt und blieb mit Hubert von Goiserns »Weit, weit weg« in den Alpen. Die junge Formation »BönCanto« der Germania Sängerlust zeigte unter Gottfried Kärner eine Abfolge beschwingter Weltmusik mit teils erotischem Charakter - auch hier wurde die Ambiguität der Liebe abgehandelt.

Die Einigkeit aus Kaichen wird den nächsten Liederabend gestalten. Der Chor beschloss die zwei Stunden fröhlicher und besinnlicher Musik mit dem von Stefan Koschorr dirigierten »Bajazzo« und der »Plaudertasche Ilsebill«. (Fotos: udo)

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