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Der Lokalhistoriker Heinz Fink restauriert das historische Originalwappen des Alten Amtshauses in aufwendiger Detailarbeit.

Neuer Glanz für alten Adler

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Niddatal (pm). Der 239 Jahre alte Doppelkopfadler des Alten Amtshauses in Kaichen erstrahlt nun wieder in neuem Glanz. Nachdem der Lokalhistoriker Heinz Fink zunächst einen neuen Adler aus Bronze erstellt hatte, hat er nun auch das historische Originalwappen fachmännisch restauriert.

Das ursprüngliche Holzwappen - ein Doppelkopfadler aus dem Jahr 1782 - war in einem derart schlechten Zustand, dass es nicht mehr für eine Wiedermontage am Schopfwalmgiebel des Alten Amtshauses in Kaichen restauriert werden konnte.

Neuer Figur aus Bronze

Daraufhin hatte Fink, Lokalhistoriker und Mitglied des Vereins Dorfentwicklung Kaichen (DEK), mit Unterstützung der Sparkasse Oberhessen einen neuen Doppelkopfadler in farblich angepasster Bronze erstellt - der zu der damals für Ende 2020 geplanten Fertigstellung des sanierten Amtshauses montiert werden sollte.

Gleichzeitig hatte die Stadt entsprechend den Anforderungen der Denkmalschutzbehörde die DEK gebeten, das marode Originalwappen zu restaurieren, um es im sanierten Amtshaus öffentlich ausstellen zu können. Damit die Restaurierung des Originalwappens bis zur ursprünglich für September 2021 geplanten Eröffnung des Alten Amtshauses abgeschlossen sein würde, hatte die Stadt das teilweise schwammartig zersetzte Holzwappen im Juli 2021 der DEK übergeben.

»Natürlich hätte ich bei dem Originalwappen auch nur die morschen Teile entfernen und den Rest mit Epoxydharz oberflächlich schützen können. Das wäre aber weder meinem Anspruch noch dem fast 240 Jahre alten Wappen gerecht geworden«, erläutert Heimatforscher Fink seine Entscheidung für eine umfangreiche Restauration des alten Doppelkopfadlers.

Nach einer eingehenden Zustandsanalyse in enger Abstimmung mit Magistrat und Bauamt der Stadt Niddatal hatte Fink die alten Farbschichten fachgerecht abgetragen, loses Material entfernt und die Trägerplatte begradigt. Auch inzwischen verrostete Eisenklammern, die das gerissene Wappen bislang zusammengehalten haben, hat der Heimatforscher entfernt.

Die Kontaktflächen entlang des Risses wurden begradigt, gefügt, verleimt und mit drei Schwalbenverbindungen auf der Rückseite gesichert. Ein verloren gegangenes Teil der Krone des doppelköpfigen Adlers wurde neu angefertigt, anschließend eingepasst und verleimt.

Das grundsanierte Wappen erhielt dann eine Haftgrundierung und wurde in mehreren Arbeitsschritten mit Künstler-Acrylfarben neu eingefärbt. Die Farbauswahl folgte althergebrachten Grundsätzen der Wappenkunde (Heraldik) und umfasse deshalb ausschließlich Primärfarbtöne, erklärt Fink. Die Restaurierungsarbeiten hätten einen hohen historischen Anspruch.

Altes Amtshaus soll 2022 fertig sein

Mit der Restaurierung komme die Sanierung des Alten Amtshauses in Kaichen - zumindest in Bezug auf den Doppelkopfadler - wieder einen Schritt voran. »Zu der jetzt für 2022 geplanten Fertigstellung des Alten Amtshauses stehen auf jeden Fall sowohl das neue Bronzewappen für die Giebelfront als auch das fachmännisch restaurierte historische Holzwappen für die Ausstellung im Innenraum des Amtshauses zur Verfügung«, erläutert Dirk Schneider, Vorstandssprecher des DEK.

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