Ein Leben für die Armen

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Mit einer Vesper und einer Lichterprozession haben die Wetterauer am Sonntag ihres Patrons gedacht: des heiligen Gottfrieds, Gründer des Klosters Ilbenstadt. Sein Hochgrab befindet sich im Chor der Ilbenstädter Basilika.

Mit einer Vesper und einer Lichterprozession haben die Wetterauer am Sonntag ihres Patrons gedacht: des heiligen Gottfrieds, Gründer des Klosters Ilbenstadt. Sein Hochgrab befindet sich im Chor der Ilbenstädter Basilika.

Das Pontifikalhochamt am Sonntagmorgen zelebrierten Generalabt Thomas Handgrätinger (Rom) und Abt Albert Dölken (Hamborn), die beide schon häufig in den zurückliegenden Jahren das Gottfriedsfest in Ilbenstadt mitfeierten. Der Basilika-Chor und die Kantoren unterstützten unter Leitung von Jan Frische den Gottesdienst. Jörg-Alfons Hutter musizierte an der Onymus-Orgel.

Pfarrer Bernd Richardt begrüßte die Gäste, darunter Prämonstratenser aus Österreich und Slowenien. Handgrätinger wies auf eine Gruppe von Tertiaren hin, die ihr zehnjähriges Ordensjubiläum feierten. Zwei neue Tertiare wurden von Dölken in die Kanonie Hamborn aufgenommen. Terziare sind Mitglieder sogenannter Dritter Orden; dies sind christliche Gemeinschaften, die jeweils gemeinsam mit einem Ordenszweig für Männer (erster Orden) und einem für Nonnen (zweiter Orden) eine Ordensfamilie bilden.

Handgrätinger predigte über die Schwierigkeit, das rechte Vorbild zu finden. Clemens I. habe geraten, sich mit einem Heiligen zu verbinden, um geheiligt zu werden. Er rekapitulierte Gottfrieds Leben und dessen Leistungen; er habe den Armen dienen wollen. Nach seinem Tod habe die Verehrung begonnen: "Die Menschen spürten, dass da einer nahe bei Gott war."

Vor der Lichterprozession sagte Pfarrer Bernd Richardt am Abend: "Mit Gottfried, der die Wetterau geprägt hat, wollen wir durch Ilbenstadts Straßen ziehen." Abt Dölken sprach über das Licht, das in die Welt getragen wird. Die Prozession verbinde mit dem, was Gottfried in seinem Leben habe leuchten lassen.

Die Prozession führte durch das ehemalige Kloster, die Schlossgasse, die Hanauer Straße, die Burg-Gräfenröder Straße, die Gartenstraße und die Hans-Böckler-Straße zurück ins Kloster. In Ilbenstadt sind an den Fassaden zahlreicher Häuser kleine verglaste Nischen angebracht, in denen Figuren Marias und Gottfrieds stehen und Anteil an den Prozessionen nehmen.

Eine informelle Bläsergruppe, das "Laternen-Orchester", begleitete den Umzug. Die Akteure spielen in Stammorchestern in Wöllstadt, Friedberg, Bönstadt und Kaichen, kommen nur zum Martinsumzug, zum ökumenischen Himmelfahrtsgottesdienst und zum Gottfriedsfest zusammen und stimmten die wichtigsten Gottfriedslieder an.

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