1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Niddatal

Knedelhans: Ich wäre gerne länger geblieben

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Niddatal-Ilbenstadt (udo). Pfarrer Thomas Knedelhans hielt am Sonntag seine Abschiedspredigt in der Basilika. Er hatte seine Tätigkeit als Pfarrer von Ilbenstadt und als Seelsorger des Hauses Sankt Gottfried im September 2012 angetreten und musste sie im Sommer nach einem Burn-out aufgeben.

Vom 1. September an wird er als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Fürth/Lindenfels im Odenwald tätig sein.

»Vieles kommt im Leben anders als gedacht; ich wäre gerne länger in Ilbenstadt geblieben«, betonte der scheidende Pfarrer. Alleinstellungsmerkmal in Ilbenstadt sei, dass am Wochenende drei Messen gelesen würden, weil so viele Leute in die Gottesdienste kämen.

Knedelhans predigte über die Probleme, die der Gemeinde durch seine Krankheit widerfahren seien. Seelische Krankheiten würden oft geringgeschätzt. Wunden der Seele hinterließen oft bleibende Narben.

Dem heiligen Gottfried und der heiligen Mutter von Schönstatt sei seine Genesung zu verdanken: »Ich habe getan, was ich konnte.« In Ilbenstadt habe er viele schöne Feste gefeiert. Der Abschied habe ihn große Überwindung gekostet.

Ilbenstadt fordere eine besonders große Verantwortung, gab er seinem Nachfolger, Pfarrer Bernd Richardt aus Schotten, mit auf den Weg. Gerade der Konzertbetrieb koste Anstrengungen. Pfarrer kämen und gingen, die Gemeinde aber sei der Träger des Glaubens. Die Kirche lebe vom Krippenbau bis zur Gottesdienstgestaltung von unten. Wichtig sei, auch an den Werktagen die Gottesdienste zu besuchen. Eine Gemeinde müsse lebendig sein. In der zweiten Hälfte seiner engagierten Predigt versuchte Knedelhans, einige Missverständnisse aufzuklären, die sich zuletzt in seinem Zusammenwirken mit der Gemeinde ergeben hatten. Wichtig sei, dass das Wort Gottes verkündigt werde, nicht welcher der jeweilige Pfarrer sei: »Es war mir eine Ehre, Pfarrer der Basilika Maria, Sankt Peter und Paul gewesen zu sein.«

Pfarrer Josef Kopatsch las aus dem Matthäus-Evangelium über die Vorstellungen der Menschen von Jesus und den Fels, auf dem die Kirche gebaut wird.

Reinhard Schwarz dankte für die Gremien der Pfarrei, betonte, ein Abschied sei immer ein wichtiger Abschnitt im Leben, und blickte auf die Leistungen des scheidenden Pfarrers zurück. Zigarren und ein Gebet bekam er mit auf den Weg. Die Kirchengemeinden Niddatals grüßten. Knedelhans schenkte der Schola und dem Chor ein E-Piano, den »Basilika-Piraten« zwei Flaggen, dem Orgelförderverein 1000 Euro – und jedem Gottesdienstbesucher einen Nierenspießbon für die Kerb. Dr. Wolfgang Maus sprach als Vorsitzender des Orgelfördervereins die Hoffnung aus, »dass es mit der Restaurierung im nächsten Jahr losgeht«. Knedelhans fand anerkennende Worte für das langjährige Pfarrgemeinderatsmitglied Ursula Gottwalz und Pfarrsekretärin Ulrike Werner. Karl Heinrich Bickel lobte die intensiven Predigten des scheidenden Pfarrers und regte an, künftig inniger den Dialog zu suchen. Knedelhans dankte Pfarrer Kopatsch, der ihn häufig vertreten hatte. Vor der Kirche spielte der Musikzug auf. (Foto: udo)

Auch interessant

Kommentare