sd_Niddatal_Veraenderungs_4c
+
Unterhalb der Basilika darf auf dem ehemaligen Klostergelände schon gebaut werden. Die Veränderungssperre betrifft das Gebiet dahinter, das von Mauern umgeben ist.

Klosteranlage: Stadt will mitreden

  • VonJürgen W. Niehoff
    schließen

Niddatal (jwn). Mit einer Veränderungssperre im Bereich der ehemaligen Klosteranlage will die Stadt Niddatal Herr im eigenen Haus bleiben und auch zukünftig bei Planungsangelegenheiten in diesem historischen Bereich mitbestimmen können. Darum ging es unter anderem in der Sitzung der Stadtverordneten am Mittwochabend.

In der Sitzung sind mit der Aufstellung des Bebauungsplanes I 10 »Im Kloster/Gutshöfe« die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine städtebauliche Aufwertung der historischen Mitte im Bereich der ehemaligen Klosteranlage in Ilbenstadt geschaffen worden. Durch die geplanten neuen Wohneinheiten und die Reaktivierung des denkmalgeschützten Pächterhauses und des Kutscherbaus durch die Genossenschaft Oekogeno soll dieser Bereich wieder neu belebt werden.

Veränderungssperre beschlossen

Zum Anfang des Jahres hat das Erzbistum Mainz als Eigentümer des Klostergeländes in Ilbenstadt ein weiteres Gebäude stillgelegt, das sogenannte Bildungshaus, in dem bislang Musikveranstaltungen oder auch Lesungen stattgefunden haben. Um die bauliche Entwicklung steuern zu können und bei der Veräußerung des Geländes im Hinblick auf dessen verträgliche Nutzung mitreden zu können, ist neben dem Bebauungsplan nun auch eine Veränderungssperre beschlossen worden. »Das soll ein Signal an das Bistum sein, dass man mit der Stadt über alles reden kann, jedoch bei solchen Fragen nicht ohne sie handeln sollte«, sagte Bürgermeister Michael Hahn (CDU). Die Stadt selbst zeigt kein Interesse am Erwerb des Geländes - jedenfalls bisher, wie der Bürgermeister sagt. Dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mitsamt der Veränderungssperre wurde einstimmig zugestimmt.

Aus planrechtlichen Gründen und um Bauvorhaben ermöglichen zu können, bekam anschließend auch die Verwaltung die Befugnis, in drei verschiedenen Bereichen Niddatals das Baulandumlegungsverfahren anzuwenden. Das wird immer dann erforderlich, wenn zur Erschließung und Umgestaltung eines Bebauungsplangebiets Grundstücke im Umlegungsverfahren so neu zu ordnen sind, dass sie anschließend nach Lage, Form und Größe für bauliche Nutzung geeignet sind. In diesem Falle trifft das zu für Grundstücke im Bebauungsplan I 13 »westlich der Burg-Gräfenröder Straße«, für den Bebauungsplan I 14 »zwischen Bürgerhaus und Zimmerwald« und für den Bebauungsplan K 14 »Am alten Erbstädter Weg«. Der Beschluss wurde ebenfalls einstimmig angenommen.

Beschlossen wurden ebenfalls die Anträge auf Bepflanzung einer zurzeit brachliegenden Fläche zwischen der B 45 und der Straße Am Steinacker in Ilbenstadt mit heimischen Obstbäumen und Blühstreifen. »Das Obst kann später von den Kitas abgeerntet werden und zu Apfelsaft gepresst werden. Dann haben auch die Kinder etwas davon«, begründete Gerd Einhoff (CDU) den Antrag seiner Fraktion.

Ebenso einstimmig wurde auch der Antrag der Grünen auf Abbildung der Ovag-Wasserampel bei den »Niddataler Nachrichten« und auf der städtischen Homepage beschlossen. In Anbetracht der immer größer werdenden trockenen Zeiträume ergebe es Sinn, die von der Ovag angebotenen Wasserampel der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie macht den Wasserverbrauch der jeweiligen Kommune sichtbar und deutet mit den Ampelfarben auf das Verbraucherverhalten der Konsumenten hin. Zurzeit zeigt diese Wasserampel für Niddatal Gelb.

Radwege und Kunstrasen

Es gab aber auch eine Reihe von Anträgen, die in die Ausschüsse verwiesen worden sind. Dazu zählt der Antrag der Linken auf Lückenschluss der Radwegeverbindung von Assenheim an das bestehende Radwegenetz Friedberg-Ossenheim genauso wie der Antrag der CDU auf Erstellung eines Handlungskatalogs für die Planung neuer Baugebiete oder auf Kostenermittlung für die Verlegung eines Kunstrasenplatzes am Rande von Ilbenstadt.

Zu Anfragen der Linken bezüglich der städtischen Wohnungen und des Bürgerhauses, antwortete Hahn: Die städtischen Wohnungen würden dann saniert, wenn wieder Geld im Stadtsäckel sei. Und die Sanierungsmaßnahmen des Bürgerhauses würden wie geplant fortgesetzt. Welche Kosten da auf die Stadt zukämen, werde gerade ermittelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare