Kita-Beschluss

Kita-Standort weiter umstritten

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Mit knapper Mehrheit hat sich der Ausschuss für den Bau der Kita am Brunnengelände in Ilbenstadt entschieden. Doch die Pläne werden diskutiert.

Die Standortfrage für die neue Kindertagesstätte im Ortsteil Ilbenstadt bleibt auch nach der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Sozialausschuss weiterhin umstritten. Mit nur einer Stimme mehr fiel am Dienstagabend auf der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Sozialausschuss die Entscheidung zugunsten des Standortes "Brunnenhaus" in der Gronauer Straße. Auf rund 1200 Quadratmetern soll eine neue, vierzügige Kindertagesstätte entstehen, so die Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung am 28. November.

Dass eine weitere Kita dringend gebraucht wird – vor allem für Kinder unter drei Jahren –, daran bestehen keine Zweifel, wie Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel (parteilos) in der Sitzung erneut betonte. Annähernd 400 Kinder würden derzeit in den sechs Niddataler Kitas betreut. Hinzu kämen noch drei Tagesmütter, die 15 Kinder in ihre Obhut nehmen. Dringenden Bedarf gebe es derzeit vor allem im U 3-Bereich, deshalb soll die neue Einrichtung Platz für zwei U 3-Gruppen mit 24 Kleinkindern schaffen.

Bereits im Februar hatte das Stadtparlament grünes Licht für den Bau der neuen Einrichtung gegeben. Nur über die Standortfrage war man sich uneins. Zur Diskussion standen ein etwa 3000 Quadratmeter großes Wiesengrundstück neben der katholischen Kita nahe dem Kloster-Gelände und ein fast ebenso großes Areal am Brunnenhaus.

Fehlen Parkplätze?

Für den Magistrat war schnell klar, dass nur das Gelände am Kloster in Frage kommen könne. "Schon allein aus pädagogischen Gründen. Denn wegen des nahe liegenden Klosterparks kommt eine Einrichtung an diesem Ort einem Wald- oder Naturkindergarten sehr nahe. Die Kinder lernen hautnah, was Natur und Umwelt bedeutet", betonte Hertel. Doch das Stadtparlament forderte zunächst eine Kostengegenüberstellung, da die Anlage am Klosterbau auf einem stark abschüssigen Gelände errichtet werden müsse und deshalb im Vergleich zu einem Neubau an der Gronauer Straße voraussichtlich erheblich teurer werde.

Am Dienstag präsentierte die Florstädter Architektin Daniela Wagner nun diesen angeforderten Kostenvergleich: 3,2 Millionen Euro würde der Neubau am Kloster kosten; 2,95 Millionen Euro der am Brunnenhaus. Doch dieser Aspekt interessierte an diesem Abend offensichtlich nur wenige, denn außer dem FDP-Stadtverordneten Christian Heyer, der sich aus Gründen der Haushaltskonsolidierung für die günstigere Variante einsetzte, sprach nur Oliver Seuss (Grüne) die Kostenfrage an. Er hatte eine eigene Berechnung erstellt und kam dabei sogar auf 5,5 Millionen Euro für den beabsichtigten Bau einer Kita am Kloster-Gelände.

Wesentlich mehr Widerstand gab es hingegen für das Projekt am Kloster wegen der fehlenden Parkplätze. Laut der Architektin seien nach der gültigen Stellplatzsatzung der Stadt nur vier Parkplätze für die Einrichtung vorgesehen, "Das wird ein reines Chaos", prophezeiten Anlieger Karl-Heinrich Bickel und auch Ingrid Eisenhut, Leiterin des ebenfalls in diesem Bereich liegende katholischen Kindergartens. "Meine 17 Erzieherinnen finden doch schon jetzt an manchen Tagen keinen Parkplatz – und wenn jetzt noch einmal zehn Erzieherinnen hinzukommen, dann weiß ich nicht, wie das gehen soll", sagte Eisenhut. Dem widersprach Hertel: Parkplatznot herrsche derzeit höchstens an den Wochenenden, doch dann gebe es keinen Parkplatzbedarf für die Kitas.

Bei der Abstimmung fiel dann die Entscheidung mit einer Stimme mehr zugunsten des Standortes Brunnenhaus. Dagegen stimmten SPD und Linke, die den Standort am Kloster für die bessere Lösung halten.

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