Nasen sind wieder in die Nidda zurückgekehrt - und sie sorgen hier für Nachwuchs. 	FOTO: GOTTFRIED LEHR
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Nasen sind wieder in die Nidda zurückgekehrt - und sie sorgen hier für Nachwuchs. FOTO: GOTTFRIED LEHR

Kanus stören Natur an der Nidda

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Niddatal (pm). Kanufahrer könnten die Erfolge des Naturschutzes an der renaturierten Nidda gefährden. Davor warnt Gewässerökologe Gottfried Lehr - und lädt mit der NABU-Umweltwerkstatt zu diesem Thema für Donnerstag zu einem Online-Vortrag ein.

Zurzeit fahren laut Lehr täglich zahlreiche Kanus auf der Nidda. Sie würden die Laichplätze der Barben - hier ist das Wasser jetzt ca. 20 Zentimeter tief - zerstören, Schildkröte, Eisvogel und Co. verscheuchen. Lehr: »Erneut wird die Natur zum Abenteuerspielplatz zur billigen Kulisse degradiert. Gerade in der heutigen Zeit sollte man doch erwarten, dass es mehr Sensibilität und Rücksichtnahme für ökologische Zusammenhänge gibt.« Dass Eisvogel, Meerforelle und Biber wieder vorkommen, sei keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis jahrzehntelangen Engagements vieler gesellschaftlicher Gruppen. Dies sollte nicht erneut leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Die Renaturierungen der vergangenen 25 Jahre hätten der Nidda wieder viele natürliche Nischen beschert, die von seltenen Tierarten besiedelt würden. Unter Wasser seien es die Nasen und Barben, an der Wasseroberfläche Sumpfschildkröten und Biber, auf den Kiesbänken und in den Stauden der Ufer brüteten Flussregenpfeifer und Rohrsänger. Neben den Kanuten würden auch Badegäste und Hunde immer öfter stören.

Die Web-Veranstaltung mit Lehr, Marco Weller von der IG Nidda und Frank Uwe Pfuhl vom NABU beginnt am Donnerstag, 18. Juni, um 18 Uhr im Webinar-Raum. Kostenlose Anmeldung über www.nabu-wetterau.de

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