Das Haus Sankt Gottfried wird als Bildungshaus zum 1. Januar 2021 geschlossen. FOTO: UDO
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Das Haus Sankt Gottfried wird als Bildungshaus zum 1. Januar 2021 geschlossen. FOTO: UDO

Ilbenstadt

Zum Jahresende: Aus für Haus St. Gottfried

  • vonUdo Dickenberger
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Die schwieriger werdende Finanzlage im Bistum Mainz zwingt zu Einsparungen. Den Kürzungen fällt auch das Haus Gottfried in Ilbenstadt zum Opfer. Es schließt zum Jahresende.

Das Haus St. Gottfried, die Familienbildungsstätte des Bistums Mainz im ehemaligen Prämondstratenserkloster, soll zum Jahresende schließen. Das hatte das Bistum am Mittwoch bekannt gegeben und die Finanzlage als Grund genannt. Durch diese Entscheidung könnten sich auch für die katholische Pfarrei Probleme ergeben. Denn sie verfügt über kein eigenes Pfarrzentrum.

Verschiedene Gruppierungen der Pfarrei nutzten bislang für Empfänge, die Weihnachtsfeiern und die Faschingssitzungen den Weißen Saal und für die regelmäßigen Treffen den Gottfriedssaal mit der gegenüberliegenden kleinen Küche.

Weitere Nutzung noch offen

Finden in der Basilika Konzerte statt, dann weicht die Kirchengemeinde mit ihren Gottesdiensten in die Hauskapelle des Hauses Sankt Gottfried aus. Dort probt auch der Basilikachor.

Pfarrer Bernd Richardt teilte auf WZ-Anfrage mit, es stehe bislang nur fest, dass das Haus Sankt Gottfried als Bildungshaus zum 1. Januar 2021 geschlossen wird.

Wie das Haus danach weiter genutzt werde, sei noch völlig offen. Klar sei nur, dass die Pfarrei vorerst weiterhin die Räume für die Pfarrseelsorge nutzen kann.

Beliebt für Familienfeiern

Zu bedauern wird für die Einheimischen sein, dass der Ort für viele attraktive Veranstaltungen wegfallen wird, darunter das Abschluss-Musical der Musikalisch-kreativen Werkwochen im Herbst.

Die Buchausstellung der Katholischen Öffentlichen Bücherei fand im Weißen Saal statt. Dieser und der Gottfriedssaal wurden gerne für Familienfeiern genutzt. Im Park fanden der Martinsmarkt der Vereine, Konzerte und ökumenische Gottesdienste statt.

Verschlechterte Finanzlage

Einer Pressemitteilung zufolge trennt das Bistum sich wegen Kirchenaustritten, dem demografischen Wandel, der Wirtschaftskrise und der sich weiter verschlechternden Finanzlage von fünf der 18 Schulen in seiner Trägerschaft. Außerdem sollen drei Tagungshäuser geschlossen werden.

Bischof Peter Kohlgraf sprach von "schmerzhaften Einschnitten". Weihbischof Udo Markus Bentz, der für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Bistums zuständig ist, erklärte, der Haushalt sei bereits seit mehreren Jahren defizitär.

Ausgaben einsparen

Im aktuellen Haushaltsjahr gehe das Bistum von einem Fehlbetrag von rund 32 Millionen Euro bei einem Gesamtvolumen von 357 Millionen Euro aus. Obendrein hätten die Corona-Krise und die wirtschaftliche Talfahrt, in der sich Deutschland derzeit befinde, negative Auswirkungen auf die Kirchensteuerentwicklung der nächsten Jahre.

Um dauerhaft eine solide und verantwortungsvolle Haushaltsplanung vorlegen zu können, müsse das Bistum schrittweise 20 bis 25 Prozent seiner Ausgaben einsparen.

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