Hoffen auf normale Feiern mit Gesang

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal(udo). Kommunion und Konfirmation gab es in diesem Frühjahr nicht. Werden die Kinder und Jugend- lichen in diesem Jahr noch an die Reihe kommen? Wann werden die neuen Kommunionkinder und Konfirmanden ihren Unterricht erfahren?

Pfarrer Bernd Richardt (Ilbenstadt) versichert auf die Anfrage, er sei kein Prophet. Ob und wann das Gemeindeleben wieder normal sein wird, könne er nicht sagen. Die Pfarrei habe ihre täglichen Gottesdienste, zu denen während der Woche sogar etwas mehr Gläubige kämen, und die Sonntagsgottesdienste, bei denen sich die Anzahl der Mitfeiernden halbiert habe. Interessanterweise seien es gerade die Risikogruppen, die vor allem die Gottesdienste besuchen. Und es seien jene Menschen, denen die Begegnung mit Gott im Sakrament der Eucharistie wichtig sei.

Die Erstkommunion ist um ein Jahr verschoben worden - in der Hoffnung, dass sie dann als normale Feier mit Gesang und einem gemeinsamen Fest der Kinder möglich ist. Da der kommende Erstkommunionjahrgang nur eine sehr kleine Gruppe ist, werden diese Kinder des kommenden dritten Schuljahres mit den Kindern des kommenden zweiten Schuljahres gemeinsam in einem Jahr ihre Erstkommunionvorbereitung beginnen und dann 2022 ihre Erstkommunion haben, sagt der Pfarrer.

Anfang des Jahres 2021 werde dann die Firmvorbereitung beginnen, auch wenn noch nicht klar sei, welche Elemente wie Fahrten, Firmtage und Aktionen dann möglich sind. Schwierig sei auch, dass alle Gruppen, die Senioren, der Basilikachor, die Kantoren, zurzeit pausieren. So sei das Gemeindeleben sehr stark auf die Eucharistiefeier reduziert.

Was für die 16 Bundesländer gelte, wo jedes seine eigenen Hygieneregeln habe, gelte in ähnlicher Weise auch für die 27 Bistümer. Nicht in dem Coronavirus sehe er die aktuelle Krise für die Kirche in Deutschland, sondern in einer "Los-von-Rom"-Bewegung durch den Synodalen Prozess, der die Einheit mit der Weltkirche schwer belaste.

Richardt ist sich dennoch sicher: "Mit Gottvertrauen und Gebet kann aber jeder Krise begegnet werden."

Sorge um Chöre

Pfarrerin Rita Mick-Solle (Assenheim) kann in diesem Jahr nicht konfirmieren, weil sie im September ihre Pfarrstelle in Ungarn antritt. Mit den Eltern und dem neuen Arbeitgeber der evangelischen Kirche in Deutschland sei vereinbart, dass sie am Wochenende nach Pfingsten 2021 die Konfirmationen mit 31 Jugendlichen nachholt. Ebenfalls vereinbart ist, dass sie nach den Osterferien mit ihnen auf eine Freizeit fährt, um den Konfirmationsgottesdienst vorzubereiten. Es sei möglich, dass bei Einhaltung des Schutzkonzeptes nach der Sommerpause Unterricht stattfindet, allerdings wohl in kleinen Gruppen mit maximal zehn Teilnehmern.

"Wir werden alle lernen müssen, mit dem Virus umzugehen und mit ihm zu leben und zu arbeiten", sagt Mick-Solle. Es werde bleibende Schäden geben, zum Beispiel bei den Kirchenchören. Die seien oft überaltert. Monatelang nicht zu singen, bringe aus der Übung. Dann wieder nach einer langen Pause neu zu beginnen, das werde nicht jeder tun. Feste fehlten für das Miteinander. Doch sehe sie auch eine Chance, dass es durch die Pandemie ein Umdenken, ein anderes Denken im Blick auf Gemeindearbeit und Gemeindeleben gebe. Es werde sich Neues entwickeln, wie mit den Online-Gottesdiensten, die aber keinen Ersatz für das soziale Miteinander seien.

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