"Grenze überschritten"

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Nach dem SPD-Vorsitzenden Erhard Reiter meldet sich nun auch Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel zu Karl-Heinrich Bickels Vorwürfen zu Wort. Bickel hatte in einem Leserbrief geschrieben ("Demokratie: Ja bitte!", WZ vom 29. 12.): "Was passiert, wenn eine demokratisch gewählte Mehrheit für die Abschaffung der Demokratie votiert, haben unsere Vorfahren erfahren müssen. Und Ähnliches bahnt sich zurzeit an." Als Beispiele führte er den Gollacker in Assenheim und den Kita-Bau in Ilbenstadt an: Kritische Fragen hierzu seien nicht erwünscht.

Nach dem SPD-Vorsitzenden Erhard Reiter meldet sich nun auch Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel zu Karl-Heinrich Bickels Vorwürfen zu Wort. Bickel hatte in einem Leserbrief geschrieben ("Demokratie: Ja bitte!", WZ vom 29. 12.): "Was passiert, wenn eine demokratisch gewählte Mehrheit für die Abschaffung der Demokratie votiert, haben unsere Vorfahren erfahren müssen. Und Ähnliches bahnt sich zurzeit an." Als Beispiele führte er den Gollacker in Assenheim und den Kita-Bau in Ilbenstadt an: Kritische Fragen hierzu seien nicht erwünscht.

Wie zuvor Reiter schreibt auch Hertel, Bickel habe mit seinen Aussagen eine Grenze überschritten: "die Grenze, die Anstand, Achtung und Respekt im Umgang mit anderen Menschen bedeuten. Anstand ist nach Paul Schibler ›Respekt vor der Würde des anderen‹."

Und weiter aus Hertels Stellungnahme: "Ich kann nur hoffen, dass Herr Bickel, als er demokratisch gewählte und handelnde Vertreter Wölfersheims und unserer Stadt in die Nähe nationalsozialistischen, rechten Gedankengutes und Handelns rückte, nicht wusste, was er tat. Sollte dem allerdings nicht so sein und seine anmaßenden und grenzüberschreitenden Kommentare sind bewusst beleidigend und verleumderisch formuliert, dann ist dies umso schlimmer und nicht entschuld- und verzeihbar.

Denn hierbei geht es um unsere Würde, die böswillig angegriffen und verletzt wird, und nicht zuletzt geht es auch um unsere Werte, auf denen mutwillig herumgetrampelt wird.

Ich für mich kann feststellen, dass ich mich seit meiner frühesten Jugend gegen rechtes Gedankengut und alles, was damit einhergeht, ausgesprochen habe. Dementsprechend war und ist mein Handeln auch schon immer danach ausgerichtet.

Sicher mag es für Herrn Bickel schwer nachvollziehbar sein, dass bisher alle Versuche, sei es über den Petitionsausschuss des Landes oder den Bund der Steuerzahler etc., die Entscheidungsprozesse zu der Maßnahme ›Gollacker‹ und ›Standort Kita Ilbenstadt‹ infrage zu stellen, fehlgeschlagen sind, dennoch entschuldigt dies nicht einen solchen respektlosen Leserbrief.

Vor diesem Hintergrund bin ich auch nicht länger bereit, dieses Verhalten zu ignorieren oder einfach hinzunehmen, sondern ich setze eine klare Grenze.

Besonders nachdenklich stimmt mich dabei, dass der Leserbrief, der auf Facebook veröffentlicht ist, von Herrn Michael Hahn (CDU-Magistratsmitglied), Herrn Peter Schmitz (Vorsitzender der FDP-Fraktion) und Herrn Oliver Seuss (Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) positiv bewertet wird. Von Menschen, die in politischer Verantwortung stehen und denen ich unterstelle, dass sie die Regeln unserer repräsentativen Demokratie kennen sollten.

Aber dieses Verhalten passt ganz gut zu dem Gebaren, wie wir es seit geraumer Zeit weltweit beobachten können. "

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