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»Gollacker«-Bebauungsplan soll kommen

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Niddatal-Assenheim (hed). Das Bebauungsplanverfahren für das Baugebiet »Auf dem Gollacker« in Assenheim wird eingeleitet. Nach langer Diskussion stimmte am Mittwochabend die Mehrheit der Stadtverordneten im Bürgerhaus für die Aufnahme des Verfahrens. Drei CDU- und ein Grünen-Vertreter votierten dagegen.

Dabei hätte das Thema nach Ansicht von Grünen-Chef Dieter Eisenberg gar nicht beraten werden dürfen. Die Ausschusssitzung, in der das Planungsbüro Fischer die Pläne für »Gollacker« und »Steinkaute« vorgestellt hatte, sei unrechtmäßig einberufen worden. Hertel selbst sei an den Ausschuss herangetreten - ohne Magistratsvorlage. »Quatsch«, konterte der Bürgermeister. Über beide Themen werde seit Jahren beraten. Es gebe Beschlüsse, nach denen der Magistrat im Ausschuss zu berichten habe, wenn es neue Gesichtspunkte gebe. Das sei der Fall gewesen. Eisenbergs Antrag, die Punkte zu streichen, wurde abgelehnt.

Wie berichtet, plant der Eigentümer aus Bad Vilbel, der das Ackerland vor Jahren günstig erworben hatte, das Gebiet auf eigene Kosten zu erschließen und die Baugrundstücke zu verkaufen. Während einige Politiker bereits über konkrete Planungen für Abwasser- und Stromleitungen, über Erschließungsstraßen und Radwege diskutierten, merkte Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel an, dass es sich lediglich um einen Einleitungsbeschluss handelte. »Details können später geklärt werden.«

Einige schauten aber wieder in die Vergangenheit: Rolf Lamade (SPD) bedauerte, dass die Stadt die ihr vor Jahren angebotenen Flächen nicht selbst erworben und dann verkauft habe. Die Chancen auf gute Erlöse und den Bau eines Altenheims seien da gewesen. »Das Geld hätten wir gut für den Haushalt benötigen können.« Die CDU habe die Pläne aber blockiert, sagte Lamade, worauf deren Fraktionschef Michael Hahn lautstark protestierte. Erstens hätten auch SPD-Vertreter gegen die Erschließung gestimmt, zweitens sei das Risiko zu groß gewesen, drittens wolle man sich nicht mehr über die »alte Sache« unterhalten.

Doch noch immer halten viele Politiker die Erschließung für schwierig. Hahn nannte Bedenken, die Wasserversorgung und -entsorgung könne zu teuer werden, da das bestehende Netz in Bruchenbrücken ausgelastet sei. Auch laufe eine Starkstromleitung über einen Teil der Fläche, was die Vermarktung einiger Grundstücke erschweren könne. Für Eisenberg ist es völlig unklar, wie man sich mit der Stadt Friedberg und dem Kreis über die Anbindung des Gebiets über die K 239 einigen soll. Er forderte zudem erneut, dass ein Rad- und Fußweg entlang der Kreisstraße gebaut wird.

Bürgermeister Hertel meinte, man solle nun erst einmal auf die Vorlage eines Bebauungsplans warten. Dann könne man immer noch Bedenken äußern.

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