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Übergabe vor dem Amtshaus, das Spritzenhaus mit dem roten Dach liegt rechts dahinter: Peer Kohlstetter (r.) hat einen Scheck für Bürgermeister Michael Hahn (2. v. r.) dabei.

Glasfaser kommt Schlauchturm zugute

  • vonJürgen W. Niehoff
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Niddatal (jwn). Mit einer Spende von 2600 Euro für den Glasfaserausbau in Kaichen hilft die Anbieterfirma YplaY Germany GmbH der Stadt Niddatal, ihren Ausbauplänen für das alte Spritzenhaus einen Schritt näher zu kommen.

Als der Inhaber der Altenstädter Firma YplaY, Peer Kohlstetter, Anfang des Jahres seine Unterschrift unter den Vertrag mit der Stadt setzte, wodurch er sich zur flächendeckenden Versorgung Niddatals mittels Glasfasertechnik verpflichtete, gab er ein Versprechen ab. Er wollte jedem Stadtteil eine Spende zukommen lassen, wenn die Mindestzahl an künftigen Nutzern erreicht und dem Ausbau damit nichts mehr im Wege stehen würde. Kaichen sollte den Anfang machen. Bis zum 30. Mai haben die Bürger dieses Stadtteils die Möglichkeit, sich für den kostenlosen Anschluss bei der Firma anzumelden. Danach ist ein Anschluss zwar weiterhin möglich, nur muss der Interessent die Anschlusskosten dann selbst tragen.

»Unsere Telefone stehen nicht still, wir haben gut zu tun«, sagte Kohlstetter jetzt bei der Übergabe des Spendenschecks an Bürgermeister Michael Hahn (CDU). Rund 345 Haushalte gibt es in Kaichen. 260 davon haben sich bereits für das Angebot von YplaY entschieden. »Versprochen, gehalten«, freute sich der Geschäftsführer über das hohe Interesse von rund 75 Prozent. Versprochen waren zehn Euro je Anschluss und damit 2600 Euro.

Übersicht bei Baustellen behalten

Das Geld ist bestimmt für den Schlauchturm am alten Spritzenhaus hinter dem ehemaligen Amtshaus. Das Amtshaus aus dem Jahr 1782 wird zwar seit einiger Zeit recht aufwendig auch mit Landes- und Bundesmitteln saniert. Doch für das kleine Spritzenhaus stehen derartige Fördermittel nicht zur Verfügung. Ein Teil der dort anfallenden Maßnahmen ist zwar schon ausgeführt, doch fehlt das Geld, um den Rest wie den Schlauchturm fertigzustellen. »Die Wiederherstellung des Turms wird circa 18 000 Euro kosten. Da ist uns jeder Cent willkommen«, bedankte sich Bürgermeister Hahn.

Er hat auch schon eine weitere Idee, wie die fehlende Summe eingesammelt werden könnte. »1000 Kaicher Bürger für 10 000 Euro« - unter dieser Überschrift könnte er sich eine Sammelaktion vorstellen. Wenn der Großteil der Haushalte mit seinem Interesse für einen Glasfaseranschluss schon indirekt bereit gewesen sei, zur Sanierung des Schlauchturms beizutragen, dann werde die Bereitschaft, direkt dafür zu spenden, nicht dahinter zurückbleiben.

Auf die Probleme mit den Bauarbeiten für das Glasfasernetz in anderen Kommunen angesprochen, versprach Kohlstetter mehr Sorgfalt. »Manche Mitkonkurrenten sind einfach zu schnell zu groß geworden, und da kommt es dann schon einmal vor, dass die Übersicht verloren geht. Das wird an unseren Baustellen nicht passieren, weil wir die alle ständig im Blick haben.« In Kaichen sollen die Bauarbeiten kommenden Monat beginnen und noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Gleiches wünscht sich der Dorferneuerungsverein Kaichen für den Schlauchturm. Bürgermeister Hahn reichte den Spendenscheck gleich an den Verein weiter, um die Fördermittel für das alte Amtshaus nicht zu gefährden. Doch machte er deutlich, dass er mit der Fertigstellung 2021 nicht mehr rechne.

So wie auf dem historischen Gemälde soll der Schlauchturm wieder aufgebaut werden.

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