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Walter Erl führt hier eine Glasfaserleitung vor, bei der Abzweiger ebenfalls eine Glasfaserleitung ist und direkt ins Haus führt.

Glasfaser für ganz Niddatal

  • vonJürgen W. Niehoff
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Niddatal (jwn). In Kaichen, im kleinsten Stadtteil von Niddatal, soll in wenigen Wochen mit der Verlegung von Glasfaserleitungen bis ins Haus oder sogar bis in die Wohnung begonnen werden. Die anderen Stadtteile werden folgen, verkündete am Dienstag Bürgermeister Michael Hahn (CDU) bei einem Termin im Rathaus mit Peer Kohlstetter, Geschäftsführer des Altenstädter Internet-Anbieters »YplaY«.

Wie Kohlstetter ankündigte, würden diejenigen, die sich bis zu dem Beginn der Ausbauarbeiten im Mai oder Juni verbindlich bereit erklären, ihr Kupferkabel für Telefon, Fernsehen gegen eine Glasfaserleitung austauschen zu lassen, die mehrere Hundert Euro teuren Anschlusskosten erlassen. Voraussetzung sei ein zweijähriger Nutzungsvertrag »YplaY«. Die monatlich fälligen Gebühren orientieren sich dabei am gebuchten Leistungs- und Geschwindigkeitspaket. Anaschlüsse von 50 bis 1000 Mbit/s stehen zur Auswahl.

Der Startschuss für den Ausbau beginnt in Kaichen. Es folgen Assenheim, Bönstadt und Ilbenstadt. Bis Ende 2022 sollen dann alle Stadtteile angeschlossen sein. Für Bürgermeister Michael Hahn eine höchst erfreulich Perspektive. »Mit der Realisierung von Internet-Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich haben wir eine der bedeutendsten Infrastruktur-Herausforderungen zeitnah gemeistert und die Basis für eine weiterhin positive Entwicklung unserer Gemeinde geschaffen«, sagte er. Und dabei müsse die Kommune keinen Cent zusteuern. Mit dem Start von FTTH (Fibre to the home) biege Niddatal endgültig auf die Highspeed-Datenautobahn ein und erhöhe damit ihre Attraktivität nicht nur für Unternehmen, sondern auch für immer mehr Menschen, die im Homeoffice arbeiten müssten. Generell wird die Wahl des Wohnortes laut Hahn immer häufiger vom Vorhandensein hoher Bandbreiten und verlässlicher Netzstabilität abhängig gemacht werden. »Das gilt nicht nur für Städte, sondern in gleicher Weise auch für den ländlich strukturierten Raum«, ergänzt Kohlstetter.

Ordern können interessierte Niddataler einen neuen Anschluss ab sofort. Dies gilt für Hausbesitzer wie für Mieter. Letztere benötigen allerdings eine zustimmende Erklärung des Gebäudeeigentümers. Auch hierbei unterstütze »Yplay« seine Kunden, verspricht das Unternehmen.

Der Altenstädter Breitbandnetzanbieter ist zurzeit noch ein regional auftretendes Unternehmen mit ca. 4000 Kunden. Man lege großen Wert auf Kundenservice. »Wir beraten den Kunden auch zu Hause und lassen ihn, wenn gewünscht, an allen Schritten teilnehmen«, sagt Mitarbeiter Walter Erl. »YplaY« lege die Glasfaserleitung bis ins Haus oder sogar bis in die jeweilige Etagenwohnung. »Im Unterschied zu den größeren Anbietern, die meist die letzten Meter ins Haus immer noch mit einem Kupferkabel überbrücken«, wie Erl sagt. Somit gebe es keine schwankenden Übertragungskapazitäten, vor allem bei Feuchtigkeit durch Niederschlag.

Die Frage warum »YplaY« bisher nur in Altenstadt, dem Sitz der Firma, und in Niddatal agiert, beantwortete Kohlstetter mit dem Hinweis, dass man langsam und organisch wachsen wolle. Gleichwohl sei man bereits mit vier weiteren Kommunen in der Wetterau im Gespräch, darunter Florstadt und Ranstadt.

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