Um auf den Feldweg zu gelangen, müssen Radfahrer und Fußgänger vom Radweg aus die stark befahrene Landstraße überqueren. 	FOTO: UDO
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Um auf den Feldweg zu gelangen, müssen Radfahrer und Fußgänger vom Radweg aus die stark befahrene Landstraße überqueren. FOTO: UDO

Gefährliche Querung der Landstraße

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal/Karben (udo). Immer mehr Radler und Spaziergänger beschweren sich darüber, dass beim neuen Radweg zwischen Ilbenstadt und Burg-Gräfenrode die Anschlüsse zu den Feldwegen auf der gegenüberliegenden Straßenseite fehlen. Die Passanten müssen auf der Straße gehen, und dies führt zu gefährlichen Situationen (die WZ berichtete). Mittlerweile reagiert auch die Politik.

Wer aus einem der Feldwege auf der Westseite der Landesstraße kommt und auf den Radweg möchte, muss auf der Straße laufen, bis er den Graben überqueren kann. Das ist auf der engen, stark frequentierten Straße, deren geradliniger Verlauf zum schnellen Fahren verleitet, problematisch. Der Radweg längs der Landesstraße hat keinen direkten Anschluss zum Wirtschaftsweg. In den vergangenen Wochen waren wiederholt gefährliche Situationen zu beobachten.

Wie konnte es dazu kommen? Ganz einfach: Als der Radweg geplant worden war, wurden die Querungen des Straßengrabens an den gleichen Stellen errichtet, an denen sie vorher waren. Diplom-Geograf Ekkehart Böing bestätigt dies im Auftrag der Stadt Karben. Die Träger öffentlicher Belange hätten bei der Planung keine Bedenken vorgebracht.

Bürgermeister Guido Rahn weist auf die »Zuständigkeit Niddatals« hin, in deren Gemarkung die beschriebenen Bereiche lägen. Die Stadtgrenze von Karben ende bereits hinter dem ersten Acker auf der Seite des Burg-Gräfenroder Friedhofs. Karben habe schon beim Bau des straßenbegleitenden Radweges mit 50 Prozent der Kosten deutlich mehr gezahlt als flächenmäßig auf die Stadt entfallen wäre, sodass Rahn um Verständnis bittet, »dass wir hier nicht weiter auf Niddataler Gemarkung investieren können«.

Was Rahn in seiner Stellungnahme nicht erwähnt: Vor allem die Stadt Karben hatte sich für die Errichtung des Radwegs eingesetzt und diesen auch geplant. Und es sind auch Einwohnerinnen Burg-Gräfenrodes, die ihre Kinderwagen auf der Landesstraße schieben müssen.

Niddatals CDU-Fraktionssprecher Gerhard Einhoff weist darauf hin, seine Partei habe die Problematik bereits im Ausschuss angesprochen, jedoch vom amtierenden Bürgermeister, »wie so oft«, keine befriedigende Auskunft erhalten. Ob Änderungen möglich sind, könne derzeit nicht gesagt werden.

Der künftige Bürgermeister Michael Hahn (CDU) sagte der WZ, er erwäge, nach Rücksprache mit Hessen Mobil gegenüber dem Wirtschaftsweg im Straßengraben ein stabiles Rohr zu verlegen, um den Graben sicher überqueren und gefahrlos den Wirtschaftsweg erreichen zu können.

Wo der Weg vom Renaturierungsgebiet und dem Damm auf die Landesstraße stößt, haben sich findige Einheimische zuletzt selbst zu helfen gewusst und eine Schaltafel über den Straßengraben gelegt, um den Radweg erreichen zu können. Doch in der Dunkelheit und im Regen ist dies keine befriedigende Lösung, zumal beim Überqueren die Böschung aus Schotter beschädigt wird.

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