Von der Gans bis zum Biest

Niddatal/Friedberg (lk). Warum an Fasching nicht mal als Weihnachtsbaum, Biest, Gans oder Lebkuchenmann verkleiden? Im Fundus der Assenheimer Theatergruppe lagern neben Dutzenden Hüten und Perücken inzwischen über 500 Kostüme.

Jutta Gronski öffnet die Tür zum Kostümparadies. In einer beheizten Halle in Ossenheim wird auf 700 Quadratmetern, verteilt über zwei Etagen, der Fundus der Theatergruppe aufbewahrt, der die 52-Jährige angehört. Nicht nur Kostüme, sondern auch Kulissen, Discokugeln und technisches Equipment lagern dort – eben alles, was man zum Theatermachen braucht.

+++ Zur Bildergalerie

Der Verein besteht seit über 30 Jahren, hat 200 Mitglieder. Rund 60 Aktive sind an einer Produktion beteiligt, etwa 45 davon stehen auf der Bühne, die anderen sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Jedes Jahr wird ein Stück gegeben, zuletzt "Die Schöne und das Biest". Aber auch "Peterchens Mondfahrt" und "Hotzenplotz" wurden bereits gezeigt. In diesem Jahr soll "Die Schneekönigin" aufgeführt werden, berichtet Gronski. Nach der Spielsaison, den 16 Auftritten im Assenheimer Bürgerhaus und dem Bad Nauheimer Dolce-Theater, landen die Kostüme der Darsteller im Fundus.

Der ist inzwischen gut bestückt. Es gibt märchenhafte Kleider, Fantasy-, Tier-, Natur-, Partner- und Gruppenkostüme, blinkende Uniformen und mehr. Für Kinder und für Erwachsene. "Wir haben Kostüme bis Größe 52."

Auf die aktuellen Faschingstrends angesprochen, sagt Gronski kopfschüttelnd: "Es gibt keine. Aber was immer geht, sind Bauern und Räuber." Vielen sei ohnehin am wichtigsten, dass das Kostüm gemütlich sei.

Brita Baumann und Brigitte Jung-Knechtel designen und nähen die Kostüme der Theatergruppe seit über 25 Jahren. Gronski unterstützt sie teilweise mit Entwürfen. Eigentlich ist sie aber für die Kulissengestaltung verantwortlich, steckt in deren Herstellung pro Saison rund 300 ehrenamtliche Stunden. Zudem spielt sie jedes Jahr in den Produktionen der Theatergruppe mit, war zuletzt "Monsieur von Unruh", der Zeremonienmeister im Stück "Die Schöne und das Biest".

Die Theatergruppe verleiht bereits seit 20 Jahren ihre Kostüme. Immer wieder in anderen Räumen, denn die werden regelmäßig zu klein oder erfüllen nicht mehr die Anforderungen der Aktiven, sagt Gronski und erinnert sich an die Zeit, in der ihr beim Kulissenmalen fast die Hände abfroren, da sie in einem unbeheizbaren Raum arbeiten musste. "Es war bis jetzt immer schwierig, Räume für entsprechende Miete zu finden." Das ist jetzt vorbei, doch auch die neue Halle in Ossenheim hat ihren Preis: Für sie zahlt die Theatergruppe jeden Monat 1200 Euro. Finanziert wird das durch die Einnahmen aus den Aufführungen des Vereins. Dessen Mitglieder würden sich laut Gronski immer über neue Gesichter freuen, egal ob angehende Darsteller, Musiker, Kulissen- und Bühnenbauer, Kostümschneider oder Maskenbildner.

Wer ein Kostüm übers Wochenende ausleihen möchte, kann bei Norbert Deforth, dem Vorsitzenden der Theatergruppe, einen Termin vereinbaren (Telefon 0173/3064889, E-Mail: norbert.deforth@gmx.de). Für die Faschingszeit sind feste Ausgabe- und Rückgabezeiten vorgesehen: Jeden Donnerstag und Montag von 16 bis 19 Uhr wird ein Mitglied der Assenheimer Theatergruppe in der Halle in der Florstädter Straße 10 d in Ossenheim sein. In aller Ruhe kann man die beiden Räume, in denen die Kostüme und Perücken gelagert sind, erkunden und Verkleidungen samt Accessoires anprobieren. Schminktipps gibt’s gratis obendrauf. Die Leihgebühr für ein Wochenende liegt pro Kostüm zwischen 10 und 40 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare