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Florian Porth ist der neue Stadtverordnetenvorsteher.

Für bessere Manieren

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal (udo). Florian Porth (CDU) wurde vor zwei Wochen in der konstituierenden Sitzung des Parlaments zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. In der vorletzten Wahlperiode hatte er als Vorsitzender des Bauausschusses fungiert. Porth gehört seit 2001 der Stadtverordnetenversammlung an. Im Jahr davor trat er, »von Roland Koch inspiriert«, in die CDU ein.

Das Ergebnis der Kommunalwahl (49,8 Prozent für die CDU) hatte er in diesem Ausmaß nicht erwartet: »Diese überwältigende Mehrheit war nicht vorhersehbar.« Parteiübergreifend sei er gefragt worden, ob er das Amt übernehmen wolle. Er sieht die Notwendigkeit, die »Manieren im Parlament zu verbessern«. Beleidigungen und Diffamierungen dürfe es dort nicht geben. Die Umgangsformen sollten gewahrt werden. Porth schlägt vor, die Redner sollten in Zukunft an ein Pult treten und zum Plenum reden. Wenn zum Publikum gesprochen werde, könne die Redekultur besser werden.

Dass der Magistrat seit der letzten Kommunalwahl und der folgenden konstituierenden Sitzung fast nur aus Bönstädtern besteht, hält Porth nicht für problematisch. Dank des regen Austauschs seien die Stadträte gut über alle Stadtteile informiert. Auch wüchsen diese erfreulicherweise immer mehr zusammen.

Für ihn sei es eine Ehre, Vorsteher des Parlaments zu sein. Es sei »leichter, von außen zu meckern, statt selbst Verantwortung zu übernehmen«, stellt Porth fest. In der Niddataler Politik seien über viele Jahre hin Missstände aufgekommen, die einen konstruktiven Austausch verhinderten. Das werde hoffentlich aus der Welt kommen. Ein Ziel der Versammlung müsse sein, wieder einmal positiv in die Schlagzeilen zu gelangen.

Befragt nach dem Namen des nächsten Kanzlers, bedauert Porth, sein Wunschkandidat Friedrich Merz stehe nicht mehr zur Debatte. »Normalerweise müsste der CDU-Vorsitzende Kandidat werden, aber auch dies ist fraglich.«

Porth ist in Bönstadt aufgewachsen und noch im evangelischen Kirchenvorstand in Ilbenstadt vertreten, er wird bei der kommenden Wahl aber nicht mehr antreten. In jungen Jahren nahm er an den Zeltlagern der Ilbenstädter Ministranten teil. 2000 kam er nach Ilbenstadt. Er absolvierte eine Ausbildung zum Schreiner und bildete sich weiter. Seit 1998 arbeitet er in einem Möbelhaus.

Porth hat zwei Kinder. Er betreibt leidenschaftlich Gartenbau, fährt Rad und geht spazieren. FOTO: UDO

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