Die Kinder der "Mirisa Academy"-Schule bereiten Silke Merz ein herzliches Willkommen. FOTO: PV
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Die Kinder der "Mirisa Academy"-Schule bereiten Silke Merz ein herzliches Willkommen. FOTO: PV

Frisches Wasser und Erste Hilfe

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal-Kaichen(udo). Die jüngste und bisher größte Aktion des für Kenia aktiven Fördervereins Nakuru war der Bau eines Brunnens für 35 000 Euro. Silke Merz aus Kaichen berichtet über den Verein und dessen Engagement regelmäßig in Vorträgen. Sie sprach über ihre Afrika-Besuche schon bei den Bezirkslandfrauen in Friedberg, im Kirchencafé und bei der Feuerwehr in Kaichen sowie bei den Landfrauen in Inheiden.

Bereits vor 20 Jahren wurden ein Kindergarten und eine Schule in Barut, einem Ortsteil von Nakuru, gebaut. Der Förderverein sorgt dort unter anderem für das Essen, die Kleidung, die Medikamente, die Feuerwehrausstattung, und er übernimmt diverse Personalkosten. Merz lernte den Verein durch einen Bekannten kennen und entschied sich, ihr Fachwissen vor Ort zur Verfügung zu stellen. Die Notfallsanitäterin gab Erste-Hilfe-Kurse in Afrika, half bei der Feuerwehr und schulte die Klassensprecher und Lehrer.

In einer Umgebung ohne fließendes Wasser, wo Blutvergiftung eine der wichtigsten Todesursachen ist, gestaltet sich ein Erste-Hilfe-Kurs naturgemäß anders als in Europa. "Ich musste einen Kurs wie im Deutschland der 70er Jahre halten", erzählt Merz, "noch dazu auf Englisch." Zum Üben nahm sie altes Verbandsmaterial aus Deutschland mit und erklärte, was man zur Not beim Verbinden nehmen kann, wenn kein Verbandsmaterial zur Hand ist.

Merz nahm auch Feuerwehrmaterial nach Kenia mit - zwei Sätze Kleidung mitsamt Helmen und allem Übrigen passten genau in einen Koffer. Als nächstes soll eine Feuerwehr in Barut gegründet werden, berichtet sie.

Strümpfe im Gepäck

Ein weiteres wichtiges Kapitel sei die Zahnhygiene. Der Anteil von Kindern mit schlechten Zähnen habe radikal gesenkt werden können. Auch Wurmkuren wurden durchgeführt, und für neue Strümpfe für die Kinder war ebenfalls Platz im Gepäck. Mit der Vorschulklassen wurden Ausflüge unternommen, meist in einen Naturpark oder auf ein Freizeitgelände: "Es war oft der erste und wird wahrscheinlich auch der letzte Ausflug in ihrem Leben sein", erzählt Merz. Rührend sei die Dankbarkeit der Kinder und der Helferinnen: "Die Herzlichkeit ist unbeschreiblich."

Silke Merz ist seit 25 Jahren Notfallsanitäterin und außerdem Gruppenführerin bei der Feuerwehr. An Fragen der Entwicklungshilfe war sie schon immer interessiert, wie sie berichtet. Auf Wunsch hält sie Bildvorträge über die Projekte des Marburger Fördervereins Nakaru. Die Bankverbindung des Vereins lautet: DE70 5335 0000 9000 8501.

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