Fischsterben

Fischsterben bleibt ungeklärt

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Der plötzliche Tod von Hunderten Fischen in der Nidda gibt weiter Rätsel auf. Ermittler, Behörden und Experten tappen bei der Suche nach der Ursache im Dunkeln.

Hunderte Fische sind in der vergangenen Woche unter mysteriösen Umständen in der Nidda gestorben. Ein in der Menge beispielloses Fischsterben, waren sich Experten einig. Über Nacht traf es vor allem junge Fische, die auf rund vier Kilometern zwischen Wickstadt und der Wetter-Mündung in Assenheim verendeten. Nach den Untersuchungen der Wasserproben und einiger toten Tiere im Hessischen Landeslabor in Gießen teilte der Wetteraukreis am Donnerstag mit: Ursache ungeklärt. Das Wasser sei nicht verseucht gewesen, die inneren Organe der Fische seien schon zu zersetzt gewesen, um die Todesursache zu ermitteln, hieß es.

Auch die Experten bleiben ratlos zurück. Dass die Zersetzung zu schnell einsetzte, um zu einem sicheren Ergebnis zu kommen, sei durchaus möglich, sagen Frank Uwe Pfuhl, NABU-Vorsitzender, und Werner Krieger, Vorsitzender des Angelvereins Assenheim. Bei den vergleichsweise hohen Wassertemperaturen ginge das schneller als üblich. Ob die Ursache der fehlende Sauerstoff im warmen Wasser oder doch eine toxische Einleitung war, sei es durch einen rücksichtslosen Täter oder einen nicht herausgefilterten Stoff aus der Florstädter Kläranlage, auf den die Tests im Labor nicht ausgelegt waren, bleibt reine Spekulation, sagen die Experten. "Wir tappen da völlig im Dunklen", sagt Pfuhl.

Algen aus Auslöser?

Die Behörde teilte bereits in der vergangenen Woche mit: "Es gibt in der Nidda derzeit viele Algen, die nachts mehr Sauerstoff verbrauchen als sie tagsüber durch die Photosynthese produzieren." Da es in den Tagen vor dem Fischsterben eher bewölkt gewesen und es dann sonnig geworden sei, könne es sein, dass die Sauerstoffzehrung morgens hoch war und deshalb die Fische zu wenig Sauerstoff bekamen." Doch auch hier gilt: Reine Spekulation. Die Polizei kündigte schon kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls an, nur zu ermitteln, wenn sich der Verdacht einer Vergiftung bestätigen würden. Ob in der Zwischenzeit Hinweise zum Fall eingegangen sind, war von der ermittelnden Stelle nicht in Erfahrung zu bringen.

Vor allem für den Angelverein Assenheim ist das Fischesterben "ein grausamer Tag gewesen", wie Krieger sagt. Schließlich wurde viel Geld und Energie in die Renaturierung der Nidda gesteckt, die dadurch wieder von heimischen Arten besiedelt wurde, welche man vorher vergeblich suchte. "Wir setzen uns demnächst mit allen Interessenvertretern an einen Tisch und besprechen, wie wir bei ähnlichen Fällen künftig schneller reagieren können", sagt Krieger.

Hölzersaum und Kronenschluss

Zudem fordert Pfuhl, dass "kurz- bis mittelfristig ein geschlossener Hölzersaum und eine Kronenschluss über der Nidda" notwendig ist, um auch bei hohen Temperaturen die Lebensbedingungen für die Fische erträglicher zu gestalten. Dabei geht es darum, dass das Gewässer möglichst vollständig im Schatten liegt und die Wassertemperatur nicht in einen für die Fische gefährlichen Bereich ansteigt.

Ein Trostpflaster ist, dass durch den ungestörten Flusslauf die Population recht zügig wieder auf das ursprüngliche Level zurückkehren dürfte, hofft Krieger. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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