Hermann Reiter ist im Alter von 80 Jahren gestorben.
+
Hermann Reiter ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Nachruf

Er hat für die Feuerwehr gelebt: Niddatals Ex-Stadtbrandinspektor Hermann Reiter ist tot

  • vonUdo Dickenberger
    schließen

Am vergangenen Mittwochabend ist Hermann Reiter, der langjährige Stadtbrandinspektor Niddatals, im Alter von 80 Jahren gestorben.

Niddatal - Am vergangenen Mittwochabend ist Hermann Reiter, der langjährige Stadtbrandinspektor Niddatals, im Alter von 80 Jahren gestorben. Nach Heinrich Kopp und vor Bernd Reiter und Alexander Merkelbach war er 20 Jahre lang der zweite Stadtbrandinspektor des Gemeinwesens. Noch im Alter besuchte er Konzerte des Musikzugs und Übungen der Stadtteilwehren.

Reiter wurde am 16. Juni 1939 in Großgropitzreith in der Nähe von Marienbad geboren. Sein Vater fiel im Krieg in Russland. Mit seiner Mutter und seinem Bruder kam er als Vertriebener nach Bönstadt. Hier wuchs er auf, absolvierte die Schule und begann eine Lehre als Brauer und Mälzer in der Steinhäuser Brauerei in Friedberg. In der Binding Brauerei in Frankfurt arbeitete er 48 Jahre. 1961 heiratete Reiter seine Frau Helga. Sie bekamen zwei Söhne, Klaus und Bernd.

Zur Würdigung seiner Leistungen verlieh ihm der Deutsche Feuerwehrverband das Deutsche Feuerwehr Ehrenkreuz in Gold. Reiter erhielt die Ehrenbriefe des Landes Hessen und der Stadt Niddatal an seinem 60. Geburtstag im Juni 1999.

Herman Reiter Niddatal: Zum Ehrenstadtbrandinspektor ernannt

Der damalige Bürgermeister Wilfried Martin hob bei Reiters Ernennung zum Ehrenstadtbrandinspektor im Jahr 2002 hervor, dass Reiter sich »beginnend im Oktober 1964, also in einem Zeitraum von knapp 38 Jahren, um das Feuerwehrwesen in der Stadt Niddatal und somit um die Stadt Niddatal insgesamt Verdienste erworben hat«. Reiter trat in die Freiwillige Feuerwehr Bönstadt im Oktober 1964 ein und gehörte deren Vorstand seit März 1973 an. Bis Mai 1984 war er stellvertretender Vorsitzender und seitdem Vorsitzender. Reiter war von Mai 1984 bis März 1999 Wehrführer und zuvor ab März 1973 stellvertretender Wehrführer. Er war Mitbegründer des Musikzuges und der Jugendfeuerwehr. Die Freundschaft mit der Partnerwehr in Zwentendorf/Niederösterreich wurde aufgebaut. Sie besteht noch heute.

Seit Mai 1982 war Reiter Stadtbrandinspektor. Während seiner Tätigkeit konnte er den einzelnen Stadtteilwehren wiederholt Löschfahrzeuge und Mannschaftstransportwagen übergeben. Er war gleichzeitig als Kreisausbilder der Feuerwehren in verschiedenen Ausbildungssparten tätig.

Herman Reiter Niddatal: Immer ein offenes Ohr

Reiter war darüber hinaus 15 Jahre als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Frankfurt tätig. Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel sagt, Reiter sei es bei all seinen Tätigkeiten nie darum gegangen, für sich persönlich Anerkennung zu erlangen. Reiter habe für seine Feuerwehr gelebt. Dabei sei es ihm wichtig gewesen, Werte und Orientierung für folgende Generationen zu vermitteln.

Reiter habe immer ein offenes Ohr für ihn gehabt, sagt Hertel. Er habe ihm in vielen Gesprächen beratend zu Seite gestanden und er habe viel von seinem Wissen profitieren können. Dafür sei er ihm sehr dankbar. Gerne hätte er noch lange auf seinen großen Erfahrungsschatz zurückgegriffen.

Reiter wandte sich zuletzt den vier Alters- und Ehrenabteilungen Niddatals zu und koordinierte deren Aktivitäten. Gottfried Haas, der Sprecher der Altersabteilung der Feuerwehr Ilbenstadt, erinnert sich: »Ich habe mit Hermann Reiter über zehn Jahre im Wehrführerausschuss zusammengearbeitet, dann haben wir Ausflüge und die jährlichen Treffen der Altersabteilungen in den Ortsteilen organisiert.«

Herman Reiter Niddatal: Er war in allen Abteilungen sehr beliebt 

Kurt Schmidberger, der langjährige Kaicher Vorsitzende und Wehrführer, fasst zusammen: »Von 1989 bis 2002 war ich zunächst als stellvertretender Wehrführer und ab 1997 auch als stellvertretender Stadtbrandinspektor mit Hermann Reiter in führender Position zusammen, und es war immer ein kameradschaftliches Miteinander.« Reiter sei in allen Abteilungen der Feuerwehr sehr beliebt gewesen, und es habe sich bei manchem ein väterliches Verhältnis zu ihm entwickelt. Egal was anstand, in der Feuerwehr oder privat, Reiter sei jederzeit für die Kameraden da gewesen.

Ortland Kretz, Vorsitzender des Vereinsrings, sagt: »Hermann Reiter war nicht nur die Seele der Feuerwehr, sondern auch eine Säule des Bönstädter Vereinslebens.« Bei vereinsübergreifenden Vorhaben habe es mit ihm keine Diskussionen gegeben. Reiter sei Mitglied in fast jedem Bönstädter Verein gewesen, so auch beim Gesangverein. Allerdings sei seine aktive Zeit als Sänger sehr begrenzt gewesen. Kretz fasst zusammen: »Ganz Bönstadt trauert, Hermann Reiter hinterlässt eine große Lücke in jeder Beziehung.« 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare