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Dr. Bernhard Hertel

Ungeordnete Finanzen

„Ein Schaden von fast 3,1 Millionen Euro“ in Niddatal? – Ex-Bürgermeister wehrt sich gegen Vorwürfe

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Der Magistrat in Niddatal wirft dem früheren Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel indirekt vor, der Stadt finanziell geschadet zu haben. Der Ex-Rathauschef will das so nicht stehen lassen.

Niddatal – Kann der frühere Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel (parteilos, aber stets von der SPD unterstützt) wegen möglicher Verfehlungen im Amt juristisch belangt werden? Darüber soll der neue Magistrat nach der Kommunalwahl entschieden, hieß es im WZ-Artikel zur letzten Stadtverordnetensitzung vor der Kommunalwahl. Nun wehrt sich Hertel gegen die Vorwürfe - und verteilt Flyer an die Haushalte.

Niddatal: Ex-Bürgermeister wehrt sich gegen Vorwürfe, der Stadt finanziellen Schaden zugefügt zu haben

Eine vom Magistrat um Bürgermeister Michael Hahn (CDU) auf der Homepage der Stadt veröffentlichte Präsentation wirft dem ehemaligen Rathauschef indirekt vor, der Stadt finanziellen Schaden zugefügt zu haben. Die Finanzen seien generell ungeordnet übergeben worden, ist dem Dokument zu entnehmen. In den letzten sechs Jahren komme man auf drei nicht genehmigte Haushalte, eine vorläufige Haushaltsführung von Januar 2018 bis Juli 2020, einen Stand der geprüften Jahresabschlüsse von 2010 sowie einen Jahresabschluss 2011, der noch immer nicht prüfungsfähig sei, obwohl bereits im Juni 2018 Prüfungsbereitschaft gemeldet worden war. Aufgeführt sind des Weiteren über ein Dutzend Posten, bei denen es Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Genannt werden etwa nicht beantragte oder verlorene Zuschüsse, uneinbringliche Forderungen zwischen 2002 und 2017 sowie Vergabeverstöße - »ein Schaden von fast 3,1 Millionen Euro«, wie Bürgermeister Hahn in der Sitzung zusammenfasste. Hertel will das nicht so stehen lassen. Der frühere Bürgermeister hat nun Flyer drucken lassen, die in Niddatal verteilt werden. Zum Vorwurf, der Stadt sei finanzieller Schaden entstanden, schreibt Hertel: »Dieser Vorwurf ist haltlos und ich weise ihn auf das Entschiedenste zurück.«

Niddatal: Ehemaliger Bürgermeister verteilt Flyer und spricht von Diffamierung

Wie so oft in seiner Amtszeit von 2002 bis 2020 werde versucht, ihm unlauteres Handeln anzuhängen. »Frei nach dem Motto: Wenn man genug Dreck wirft, wird schon was hängen bleiben.« Hertel bemängelt im Flyer, dass weder Hahn noch die Presse in dieser Sache das Gespräch mit ihm gesucht hätten. »Ich bin mir sicher, dass dies im Vorfeld zur Wahl ein erneuter Versuch ist, die mich während meiner Amtszeit unterstützende SPD und meine Person zu diffamieren und in Misskredit zu bringen«, heißt es weiter.

Die vorläufigen Jahresabschlüsse für die Jahre bis 2016 seien bei seinem Ausscheiden eingereicht, die vorläufigen Abschlüsse für 2017 und 2018 kurz vor der Fertigstellung gewesen. Auch sind zwei Beispielen auf dem Flyer aufgeführt, mit denen Hertel die Vorwürfe aus seiner Sicht entkräftet. Weiter wird auf die Homepage der Niddataler SPD verwiesen, wo Hertel zu jedem der aufgeführten Punkte Stellung nehmen will. (hed)

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