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20 000 Euro fehlen noch

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal-Ilbenstadt(udo). Durch den Verkauf von Orgelpatenschaften sind in 15 Jahren rund 40 000 Euro für die Onymus-Orgel in der Ilbenstädter Basilika zusammengekommen. Doch es war ein nicht immer leichter Weg. Alfred Genzel betreut im Orgelförderverein seit 2006 die Pfeifenpatenschaften und blickt zurück:

Die Idee zu den Patenschaften kam ihm gemeinsam mit dem Orgelexperten Thomas Wilhelm durch das Vorbild anderer Patenschaften. Beim Martinsmarkt ging es schließlich los. Am ersten Tag habe sich im Türmchen ein großer Erfolg eingestellt: "Überwiegend kauften Eltern und Großeltern Patenschaften für ihre Kinder und Enkel." So wurde das Publikum eingebunden. Die älteren Einheimischen hätten sich als Multiplikatoren erwiesen. Als sich eine Stagnation einstellte, fragten sich Einheimische, ob sie eine Restauration und den neuen Klang überhaupt noch erleben würden. Seit wieder gearbeitet wurde und etwas geschah, sei das Publikum wieder interessiert. Genzel fasst zusammen: "1300 Pfeifen stehen für Patenschaften zur Verfügung, 450 Patenschaften sind verkauft."

Von Großeltern für die Enkel

Eine Dispositionstafel ist nun in der Basilika aufgestellt. Zur Einweihung werden Pfeifen verkauft, die ausgebaut wurden. Wenn die Orgel wieder installiert ist, soll der Verein weiterbestehen und sich anfallenden Reparaturen widmen. An Veranstaltungen soll weiterhin mitgewirkt und so Geld erwirtschaftet werden. Es soll auch einen Generationswechsel geben, hofft Alfred Genzel.

Als zu Beginn des Jahrhunderts klar geworden sei, dass die notwendige Restaurierung der Onymus-Orgel in der Basilika ungefähr eine halbe Million Euro kosten und die kleine Pfarrei diesen Betrag niemals erwirtschaften würde, konstituierte sich ein Orgelförderverein, als dessen Vorsitzende Dr. Wolfgang Maus und Reinhard Schwarz gewonnen werden konnten. Unpassende moderne Pfeifen seien bei der Restaurierung ersetzt und die ungeeignete Blasvorrichtung durch einen passenden Blasebalg abgelöst worden.

Konzerte wurden organisiert, und bei den örtlichen Festen war der Verein mit seinem Weinstand präsent. Hinzukamen Spenden und die Mitgliederbeiträge.

Doch es sei insgesamt langsam vorwärts gegangen. Lange Zeit habe man sich in der Hoffnung gewogen, die Finanzierung könne mittels einer Drittellösung erfolgen, der zu Folge das Bischöfliche Ordinariat in Mainz, das Landesdenkmalamt in Wiesbaden und die Pfarrei in Ilbenstadt jeweils ein Drittel der Kosten zu tragen gehabt hätten. Das Erschrecken sei groß gewesen, als sich herausgestellt habe, dass eine solche Verteilung illusorisch sei. "Es gab keine entsprechenden Regelungen. Es war keine Lösung in Sicht", erinnert sich Genzel. Der Verein erkannte, dass alle Mittel, die er erwirtschaftete, von der Teuerung aufgezehrt würden, und stand kurz vor der Auflösung.

Einweihung im Dezember?

Doch der Verein bestand fort. Nach einigen Jahren stellten sich auch unerwartete Mittel ein, so aus einem Sonderprogramm des Bundes.

Alfred Genzel ist im Verein für die neuen Medien, die Pfeifenpatenschaften, den Verkauf von Pfeifen, die bei der Restaurierung ausgebaut wurden, und die Pappklappkarten der Basilika zuständig.

Die Idee zu den Klappkarten kam Genzel bei einem Besuch eines Orgelkonzerts in Regensburg. Auch dort werden Klappkarten verkauft. In Regensburg wurde ein Orgelförderverein gegründet, um den Bau der neuen, mittlerweile zehn Jahre alten Konzertorgel zu finanzieren, die an vier dünnen Stahlseilen im Dom hängt.

Im Dezember könnte die Onymus-Orgel mit einem Festgottesdienst eingeweiht werden, hofft Genzel.

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