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Cenk Gönül und weitere FW-Mitglieder lassen sich von Dr. Jürgen Roth über die Anlage führen.

Energie aus Bioabfällen

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Niddatal-Ilbenstadt (pm). Das Humus- und Erdenwerk in Ilbenstadt verarbeitet die organischen Abfälle der Wetterauer zu Kompost und Pflanzerden. Zudem betreibt das Werk eine Biogasanlage und erzeugt elektrischen Strom. Der Bundestagskandidat der Freien Wähler, Cenk Gönül, hat sich nun ein Bild der Anlage des Wetterauer Abfallwirtschaftsbetriebs gemacht.

»Wir beanspruchen dafür nur das Sammelgut aus den braunen Tonnen und den Grünabfall aller Wetterauer Haushalte und keine weiteren natürlichen Ressourcen«, berichtete Betriebsleiter Dr. Jürgen Roth den interessierten Besuchern bei strahlendem Sonnenschein.

2007 wurde eine Vergärungsanlage der Kompostierung vorgeschaltet, um den Energiegehalt des Bioabfalls auszunutzen. Hier entsteht nicht nur Wetterauer Kompost, sondern auch Strom für 1700 Haushalte. »Das ist gelebte Abfallkreislaufwirtschaft, das ist moderner Umwelt- und Klimaschutz«, frohlockte Cenk Gönül. Der Natur werde in Form von Kompost und Strom so viel zurückgegeben, wie nach dem Stand der Technik überhaupt nur möglich sei. Der Humusaufbau durch Kompost und die energetische Nutzung der Bioabfälle seien wichtige Beiträge zur CO2-Bindung und Ressourcenschonung.

In der Anlage entsteht aus den Bioabfällen auch Biogas, das zudem zum Betrieb der Anlage verwendet wird. Es wird in Strom und Wärme umgewandelt, der fertige Kompost in Garten- und Landschaftsbau, Landwirtschaft, Privatgärten und auf öffentlichen Flächen eingesetzt.

»Ich freue mich, dass die Anlage hier mit den Bioabfällen beispielgebend vorangegangen ist, und der Kreis damit eine Strahlkraft in ganz Hessen entwickelt hat«, sagte FW-Kreistagsabgeordneter Markus Bäckel, der auch Mitglied in der Betriebskommission ist. Der Dank der Freien Wähler gelte auch den Wetterauern, die sehr engagiert und sorgfältig zum Sammeln der Bioabfälle beitragen würden.

Plastik sorgt für großen Schaden

»Bitte helfen Sie mit, Störstoffe in den Bioabfällen zu vermeiden«, bat Roth. Auch abbaubare Kunststoffe sollten nicht über die Biotonne entsorgt werden. Sogenannte Bioplastiktüten seien besonders lästig. »Sie verrotten in dieser Anlage jedoch nicht wirklich«, bestätigte Roth. Plastik in der Biotonne verursache in unserer Kompostanlage jedes Jahr einen Schaden von 100 000 Euro. »Wir müssen den Kunststoff aufwendig aussortieren und mit hohen Kosten entsorgen.« Die Öffentlichkeitsarbeit sei insbesondere aufgrund der coronabedingten Einschränkung erschwert gewesen, man habe auch keine Aufklärungsarbeit in den Schulen leisten können. Deshalb wollen die Freien Wähler einen Antrag in den Kreistag einbringen, das Thema Mülltrennung- und Sammlung in der Schule zu behandeln.

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