koe_benefizkonzert_assen_4c_1
+
koe_benefizkonzert_assen_4c_1

Ein Hauch von Sanssouci

  • VonChristine Fauerbach
    schließen

Niddatal-Assenheim (cf). Das Schloss Assenheim gab den perfekten Rahmen ab für das Benefizkonzert des Fördervereins Dom zu Brandenburg an der Havel für das Schatzpatenprojekt »100 Schätze - 100 bedeutende Zeugnisse und Kunstwerke aus über 1000 Jahre Geschichte«. Graf zu Solms-Rödelheim und Assenheim begrüßte im Ballsaal des Schlosses aus dem 18. und 19.

Jahrhundert ein an Kunst, Kultur und Klassik interessiertes Publikum. Der Hausherr dankte Ruth von Förster-Kamlah vom Förderverein des Dom zu Brandenburg für die erneute Organisation des inzwischen vierten Benefizkonzertes im Wetterauer Schloss.

Um den Dom zu Brandenburg die Klausurgebäude und Kurien zu retten hatten namhafte Persönlichkeiten unter Leitung von Otto Graf Lambsdorff 1995 den Förderverein gegründet. Dessen Mitglieder unterstützen den professionellen Ablauf der Restaurierungsarbeiten des einsturzgefährdeten Doms und anderer Gebäude sowie den rationellen Einsatz der Spenden. Bisher wurde vieles erreicht, um eins der bedeutendsten Bauwerke in der Mark zu retten. Der Dom zu Brandenburg liegt auf einer Insel zwischen dem Beetzsee und der Havel. Begonnen wurde der Dombau im 12. Jahrhundert, der gotische Umbau wurde Mitte des 15. Jahrhunderts abgeschlossen. Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäude bilden ein imposantes Ensemble. Auf der Dominsel gründete König Otto I. im Jahr 948 das Bistum Brandenburg. Abgeschlossen werden konnte im Juli 2020 auf dem Burghof der Bau des Hotels Brandenburger Dom in der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Kurie Burghof 11 und die Einrichtung eines Textildepots im Burghof 8. Noch saniert werden muss unter anderem das kleine Wohnhaus Burghof 1. Da die zu erwartenden Baukosten für Ostklausur und Spiegelburg die vorhandenen finanziellen Mittel übersteigen, muss von einer gleichzeitigen Sanierung abgesehen werden.

Vorrang erhält mit der Spiegelburg, das nach dem Dom älteste Gebäude auf dem Burghof. Dort solle der Großteil der Archivalien untergebracht werden. In der Ostklausur werden vorrangig Ausstellungen des Dommuseums zu sehen sein. Es bleibt vieles zu tun, vor allem muss der Ausbau des Domensembles vollendet werden, damit die äußerst wertvollen Schätze gezeigt werden können. Die sehr wertvollen Kunstwerke im Dom stammen aus allen Epochen, vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Noch viele Kunstgegenstände warten auf ihre Restaurierung.

Im vergangenen Jahr konnten aufgrund der Corona-Pandemie viele Pläne nicht realisiert werden. Abgesagt werden mussten zudem Konzerte, Vorträge und Veranstaltungen. Umso erfreulicher war es, dass das Benefizkonzert in Assenheim stattfinden konnte. Susanne Oehler (Querflöte), Elisa Friedrich (Violine), Christof Becker (Cembalo) und Torsten Oehler (Cello) interpretierten virtuos und empfindsam ein anspruchsvolles Programm mit »Musik am Hofe Friedrich des Großen«. Mit den Kompositionen von Johann Joachim Quantz, Franz Brenda, Carl Philipp Emanuel Bach, Friedrich dem Großen und Johann Sebastian Bach wehte ein Hauch von Schloss Sanssouci durch den Ballsaal.

Bei der Musik handelte es sich um Kompositionen aus der Epoche des Barocks. Zu ihr gehörte mit der »Triosonate c-Moll« aus Johann Sebastian Bachs »Musikalischem Opfer« ein Werk, dessen Entstehung durch eine Inspiration Bachs bei einem Konzert am Hofe von Friedrich des Großen zustande kam. Bach widmete es dem König. Das harmonische Zusammenspiel und die große Spielfreude des seit fünf Jahren zusammenspielenden Quartetts verfehlten ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht. Die Musik war Ohrenschmaus und Werbung für die wichtige Sache zugleich.

koe_Benefizneu_170921_4c
koe_benefizkonzert_assen_4c_2

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare