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Heinz Fink stellt sein neues Buch vor. Foto: udo

Denkmal für ermordete Juden vorgestellt

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Niddatal(udo). Die jüdischen Grabmale in Niddatal werden vom Geschichtsverein Niddatal erfasst und an die Organisation Judaika weitergeleitet. Die Steinkauz- und Falkennistkästen werden beobachtet. Die Gemälde im gräflichen Schloss in Assenheim werden fotografiert. Beim Verspeisen des Nationalgerichts, der "Assemer Supp", erfuhren die Gäste, dass der kleine Verein in mehreren Sparten aktiv ist und wertvolle Beiträge zum kulturellen Leben Niddatals leistet. Da Einheimische aus allen Stadtteilen im Geschichtsverein aktiv sind, lässt er sich als Sinnbild für das Zusammenwachsen Niddatals begreifen.

Der Vereinsvorsitzende Adrian Weber kommentierte, im Jahr 2019 sei viel geschehen, ohne dass sich dies in vielen Veranstaltungen niedergeschlagen habe. Kurt Meisinger berichtete in Wort und Bild über "Projekte und Arbeiten 2019". Die Vereine würden bei ihren Jubiläen unterstützt, so der Schützenverein, der Gesangverein Frohsinn und der Sportverein. Am Projekt Weltwettpflügen 1978 werde gearbeitet. Der Plan, eine Linde im Friedpark Assenheim zu setzen, werde verfolgt. Eine Gruppe arbeitet alte Filme auf.

Ein Ehrenbuch der Stadt Assenheim von 1914 bis 1918 wurde aufgespürt. Die Namen der Juden, die am Ersten Weltkrieg teilnahmen, seien später im Ehrenbuch in stümperhafter Weise ausgestrichen worden. Jo Pollack informierte über sein geplantes Denkmal für die ermordeten Juden Niddatals. Er erklärte die Dialektik seines Entwurfs, den man sich als räumlichen Davidstern vorstellen kann. Die Vertikale hat zwei Balken, die sich in einem gespannten Verhältnis befinden, denn sie fügen sich nicht zu einer Einheit zusammen, sondern klaffen auseinander. In beiden horizontalen Dimensionen zusammen liegen nur drei Balken, nicht vier.

Die Dialektik in der gemeinsamen Ausrichtung des vertikalen Elemente-Paars sieht der Künstler im Gegensatz von "Ursprung" (unten) und "Zukunft" (oben). Die Spannung zwischen den vertikalen Balken könnte im "Dialog" zwischen Juden und Christen bestehen. Die drei Elemente der horizontalen Dimensionen könnten ein Symbol des "Vielgestaltigen" im Leben, in der lebendigen Welt und in den Völkern sein. Ein Balkenelement fehle und markiere einen Bruch.

Dieter Schäfer geehrt

Heinz Fink sprach über seine Häuserforschung in Kaichen und stellte den zweiten Band "Das Dorf, die Menschen und ihre Kirche" seiner Reihe "Kaichener Geschichte(n)" vor. Das Buch ist reich bebildert, umfasst 42 Seiten und kostet in der "Exklusivausführung" 55 Euro und in der Standardausführung 45 Euro. Es kann bei Heinz Fink in Kaichen bestellt werden. Fink wies darauf hin, der Kaichener Kirchturm sei noch älter als der Vorgängerbau der Kirche von 1737. Fink sieht im Turm das Relikt einer Burganlage.

Dieter Schäfer wurde geehrt, weil er seit 40 Jahren dem Geschichtsverein angehört. Christine Holler, Ingrid Schmitter und Joachim Pollmar sind seit 20 Jahren dabei.

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