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Michael Schneller (l.) mit Armin Häuser (M.) und Bürgermeister Michael Hahn.

»Den stetigen Landverbrauch bremsen«

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Niddatal (pm). Der Wandel der fruchtbaren Wetterau zu einem auch wirtschaftlich bedeutsamen Standort hat die Landschaft stark geprägt, und er hat auch die Anforderungen an diese weiter wachsen lassen. Über die Situation der Bauern hat sich CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser kürzlich auf dem Erlenhof von Kreislandwirt Michael Schneller in Niddatal informiert.

Zehn Tage später als üblich steht der Raps in voller Blüte. Nach sommerlicher Wärme im März waren der April und auch die erste Mai-Hälfte kühler als sonst üblich - und auch nasser. Mit den bisherigen Niederschlägen in diesem Jahr ist Kreislandwirt Schneller zufrieden. »Bis in eine Tiefe von eineinhalb bis zwei Metern ist der Boden durchfeuchtet. Unsere guten Böden können 200 Liter Wasser pro Quadratmeter speichern und in Trockenphasen den Kulturen zur Verfügung stellen.«

Auf seinem 120 Hektar großen Hof baut Schneller vor allem Zuckerrüben, Weizen, Raps und Gerste an. Vieh hält er - wie die meisten Wetterauer Landwirte - keines mehr. In eine Bauernfamilie hineingeboren, ist er sich des Naturerhalts als Verpflichtung bewusst. So hat er in der Gemarkung mehrere Blühflächen angelegt, unter anderem eine 7000 Quadratmeter große in der Nähe des Niddaradwegs.

Forderung an Politik

Schneller steht zum Schutz der Umwelt, hat aber eine Forderung an die Politik: »Die Schutzregelungen müssen mit der Realität vereinbar sein.« Die Landwirte sollten Lebensmittel erzeugen. »Lebensmittel in bester Qualität können wir aber auch nur erzeugen, wenn die Natur gesund ist und die Rahmenbedingungen stimmen.« Wer den deutschen Landwirten zu viele Beschränkungen auferlege, fördere den Import von Grundnahrungsmitteln aus anderen Ländern, auf deren Anbaubedingungen man keinen Einfluss habe.

An der Realitätsnähe von Schutzbestimmungen hält er Zweifel öfter für angebracht und nennt ein aktuelles Beispiel: 50 Prozent seiner Ackerfläche sind seit über 20 Jahren als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Nach dem neuen Insektenschutzgesetz in seiner ursprünglichen Fassung hätte er dort keine Herbizide mehr einsetzen dürfen, mit der Folge, dass er hier künftig keine Zuckerrüben hätte anbauen können. Nach entsprechenden Protesten und Diskussionen wurde die Regelung angepasst.

Einig waren sich Schneller und Häuser darin, dass Landwirtschaft und Umweltschutz in ihrem Eintreten für die Natur Partner seien. Das fruchtbare Wetterauer Agrarland solle erhalten werden. »Wir müssen den stetigen Landverbrauch bremsen. So sichern wir die Lebensgrundlage unserer Landwirte und unsere regionale Versorgung mit Lebensmitteln«, betonte Häuser. Er forderte, in den Ballungsgebieten besonderes Augenmerk auf den Erhalt kostbarer Grün- und Ackerflächen zu legen. Alternativen zur Ausweisung neuer Baugebiete könnten die moderate Erweiterung bereits vorhandener Siedlungsgebiete und die Neu- bzw. Umnutzung vorhandener Brachen sein.

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