Debatte über Zukunft des Bürgerhauses Ilbenstadt

Niddatal-Ilbenstadt (hed). Das Bürgerhaus in Ilbenstadt müsste dringend saniert werden – das ist seit Jahren bekannt. Nun will die Stadt einen neuen Anlauf nehmen, das in die Jahre gekommene Gebäude zu sanieren. Doch die Politik möchte erst erörtern, ob sich das Konzept eines Bürgerhauses mit Pächter überhaupt noch rechnet.

Einzelne Teile des Daches lösen sich, Heizung und Lüftung müssen erneuert werden, in den Keller dringt Feuchtigkeit: Das Bürgerhaus in Ilbenstadt befindet sich wahrlich in keinem guten Zustand. Um die Sanierung endlich anzugehen, hatte der Magistrat den Stadtverordneten vorgeschlagen, 650 000 Euro für die Arbeiten bereitzustellen.

Im Ausschuss war zuvor beschlossen worden, diese Summe zu deckeln. Die CDU befürchtet aber, dass das Geld lange nicht ausreicht. "Wer einmal A sagt, muss auch zwangsläufig B sagen", meinte der Fraktionsvorsitzende Michael Hahn bei der Parlamentssitzung am Dienstag. Das finanzielle Risiko sei sehr hoch, da man nicht wissen könne, ob Probleme bei der Sanierung auftauchen, mit denen man nicht gerechnet hat. Hertel wolle wie so oft "erst das Dach bauen, bevor die Fundamente gegossen sind".

Der Bürgermeister konterte, die Kostenschätzung des beauftragten Büros sei solide. "Das Büro arbeitet sehr genau, die Schätzungen wurden nie überschritten." Außerdem sei es langfristig gesehen billiger, gleich richtig zu sanieren, statt immer nur kleinere Reparaturen auszuführen.

Die SPD, die im Ausschuss für die Sanierung gestimmt hatte, war plötzlich zögerlicher: "Das Bürgerhaus in Ilbenstadt ist von allen am wenigsten ausgelastet. Vielleicht sollten wir uns erst grundsätzlich überlegen, was wir mit den Bürgerhäusern anstellen und dann eine Entscheidung treffen", sagte Achim Saßmannshausen. Hahn stimmte dem zu und ermahnte den Bürgermeister, die versprochene Kosten-Nutzen-Analyse aller Niddataler Bürgerhäuser vorzulegen. Vielleicht komme man dann zu dem Schluss, wie in Florstadt oder Reichelsheim auf unbewirtschaftete Dorfgemeinschaftshäuser zu setzen. Diese müssten nicht die Anforderungen der Versammlungsstättenrichtlinie erfüllen und hätten damit auch nicht so hohe Brandschutzauflagen.

Von einer Sanierung würde zudem vor allem der Pächter der Klosterschänke profitieren, und nicht die Bürger, glaubt Hahn. Der WZ sagte Hertel dagegen, er sei froh, einen Wirt zu haben, "auf den Verlass ist". Der Pachtvertrag bestehe immerhin seit 1989, und das Restaurant habe einen guten Ruf.

Der wenig genutzte Mehrzwecksaal, der damals für den Radsport gebaut worden war (der dort aber nie stattgefunden habe, wie Grünen-Chef Dieter Eisenberg anmerkte), sollte von den Vereinen stärker frequentiert werden, meinten die Grünen – auch in Bezug auf die aktuelle Sporthallendiskussion. Er entspreche aber nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Sportstätte, sagte Hertel nach der Sitzung.

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