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CDU: »Hertel schiebt uns den Schwarzen Peter zu«

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Niddatal (hed/pm). Der Wahlkampf für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr hat begonnen. Nachdem Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel (parteilos) der Mehrheitskoalition aus CDU und FWG vorgeworfen hatte, die Entwicklung der Stadt lahmzulegen, hat der Unionsvorsitzende Michael Hahn gekontert.

Er hält dem Rathauschef vor, bei der jüngsten Stadtverordnetensitzung »wohl eher in die Bütt gegangen« zu sein. Hertel hatte in seiner Haushaltsrede anklingen lassen, dass CDU und FWG durch ihre »Mehrheitspolitik der vergangenen Jahre« die flächenmäßige und infrastrukturelle Entwicklung der Kommune massiv eingeschränkt hätten. Hahn, der bei der Sitzung am vergangenen Donnerstag nicht anwesend war, entgegnet: »Hertel schiebt einfach den Schwarzen Peter der CDU und der FWG zu und macht wieder gutes Wetter bei den Genossen, obwohl die ebenfalls das vom Bürgermeister so favorisierte Baugebiet ›Am Gollacker‹ abgelehnt haben.«

Die CDU habe die Pläne für das Assenheimer Gelände, auf dem Hertel gerne ein Altenheim samt Nahversorger haben möchte (wir berichteten), aus mehreren Gründen abgelehnt. Zum einen müsste die Stadt ein Drittel der Kreisstraße zwischen Assenheim und Bruchenbrücken erneuern, umbauen und somit auf die Flächen umlegen, wodurch sich die erhofften Erlöse schmälerten, sagte Hahn. Außerdem müsste das Regenwasser über Friedberger Gelände abgeleitet werden, da der Kanal in der Wingertstraße schon jetzt überlastet sei. Ein Anschluss an den Bruchenbrückener Kanal (durch die Wetter) komme für die Stadt Friedberg nicht infrage, da so dessen Kapazität ausgeschöpft würde.

In der Vergangenheit habe es die Stadt Niddatal - unter »Alleinregierung« der SPD mit Mehrheiten in Parlament und Magistrat - versäumt, hier ihr Vorkaufsrecht geltend zu machen und diese Fläche zu erwerben, wie es der damalige Erste Stadtrat Dieter Eisenberg (heute Fraktionsvorsitzender der Grünen) vorgeschlagen habe.

Hahn: »Die Maxime der SPD in den 70ern und 80ern - Niddatal als Schlafstadt - trägt heute auch zur Misere bei, da es versäumt wurde, Gewerbe anzusiedeln oder zu halten.« Ein Standort wie Heldenbergen sei auch nicht weiter von den Autobahnen 5 und 45 entfernt als beispielsweise Kaichen, wo das Gewerbegebiet in einem Dornröschenschlaf liege. Das Baugebiet am Sportplatz in Bönstadt sei von der bürgerlichen Mehrheit vorangetrieben worden, aber immer wieder durch die Verwaltung, allen voran vom Bürgermeister, aufgehalten. »Hier ist die Stadt im Besitz eigener Flächen, die sofort Geld in die Kasse bringen würden. Außerdem wäre dann nur noch ein Sportplatz in Bönstadt zu unterhalten«, sagte der CDU-Vorsitzende. Als weitere Einnahmemöglichkeiten sieht Hahn die Pläne für die Märkte in Ilbenstadt an der B 45 und das Gebiet nördlich der Bahnlinie in Assenheim.

»Wir würden uns wünschen, dass der Bürgermeister dieselbe Energie für die Bebauung und den Erhalt der alten Ortskerne einsetzt, die er zur Verhinderung und Verschleppung von CDU-Anträgen aufbringt«, betonte Hahn abschließend.

Hertel: CDU und FWG legen Entwicklung lahm

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