Michael Hahn will in Niddatal Türen öffnen und neue Wege gehen, wenn er Bürgermeister wird. Dabei würde ihm auch seine Erfahrung im Kreistag helfen, glaubt er.
+
Michael Hahn will in Niddatal Türen öffnen und neue Wege gehen, wenn er Bürgermeister wird. Dabei würde ihm auch seine Erfahrung im Kreistag helfen, glaubt er.

Bürgermeisterwahl

Bürgermeisterwahl Niddatal: Kandidat Michael Hahn will, dass es »wieder vorwärts geht«

  • Anna-Luisa Hortien
    vonAnna-Luisa Hortien
    schließen

Michael Hahn mischt schon lange im politischen Geschehen in Niddatal mit. Jetzt will er Bürgermeister werden. Am Sonntag stellt er sich zur Wahl. Feste Ziele hat der CDU-Politiker im Wahlkampf nicht formuliert. Aber er will vieles anders machen.

Wenn Michael Hahn in Niddatal unterwegs ist, hebt er oft die Hand zum Gruß oder ruft ein freundliches »Gemoije« auf die andere Straßenseite. Dass er nicht unerkannt bleibt, liegt nicht nur daran, dass er so groß ist. Der Kaichener ist ehrenamtlich aktiv, sitzt schon lange für die CDU im Stadtparlament und ist seit 2011 auch im Kreistag. Jetzt will er Bürgermeister von Niddatal werden.

2008 hatte Hahn schon einmal für die CDU kandidiert, die Wahl aber verloren. Dieses Mal soll es klappen. Die Partei stehe voll hinter ihm. »Ich bin am ersten August geboren, ich will immer Erster sein«, sagt Hahn und lacht.

Der CDU-Politiker tritt ohne festes Wahlprogramm an. »Die Bürger und die Stadtverordneten entscheiden, welche Themen wichtig sind«, sagt Hahn, der, wenn er einmal ins Reden kommt, kaum noch zu bremsen ist. »Die Aufgabe des Bürgermeisters ist es, die Anträge abzuarbeiten.«

Dazu kämen Pflichtaufgaben. Für genügend Kitaplätze sorgen zum Beispiel, denn »der Bürgermeister ist Ausführer der Gesetze.« Das sei für ihn selbstverständlich. »Die aktuelle finanzielle Lage lässt keine großen Träume zu.« Deshalb wolle er auch keine Versprechungen machen.

Wichtig ist Hahn vor allem der Zusammenhalt, das »Wir-Gefühl«, und die Bürgernähe. Nur gemeinsam komme man zum Erfolg. »Ich bin in Niddatal aufgewachsen und hier tief verwurzelt«, sagt Hahn. Er plane regelmäßige Bürgerinformationsveranstaltungen und -sprechstunden, sollte er gewählt werden. Die Sozialen Medien würden ebenfalls gute Möglichkeiten bieten, um mit Bürgern in Kontakt zu bleiben, wie es etwa der Wölfersheimer Bürgermeister Eike See mit Videos auf Youtube tue.

Bürgermeisterwahl Niddatal: Michael Hahn will Projekte schneller angehen

Generell schaut Hahn genau hin, was andere Bürgermeister machen. Schließlich sei »kopieren nicht verboten«. Durch seine Arbeit im Kreistag habe er ein Netzwerk aufgebaut. Das würde ihm helfen.

Sollte er am Sonntag gewählt werden, will Hahn als Bürgermeister einiges anders machen. »Über viele Themen wird zu lange geredet«, sagt er. Sie müssten schneller angegangen werden. Zum Beispiel die seit Jahren geplante Erneuerung des Bürgerhauses Ilbenstadt. Es werde von den Vereinen gebraucht. »Sie leisten wichtige Arbeit, vor allem im Bereich der Jugend. Das muss man unterstützen.«

Die Ilbenstädter Kita sollte nach Hahns Vorstellungen besser auf dem Brunnengelände und nicht am Kloster entstehen. In der Vergangenheit habe man einige Chancen verpasst, was die Kinderbetreuung angehe. Etwa bei der Erweiterung der Geschwister-Scholl-Schule. »Hätte man die wahrgenommen, bräuchte man den Neubau heute nicht.«

Hahn ist außerdem gegen die Bebauung des Gollackers. Statt eines abgelegenen Baugebietes müsse Assenheim Richtung Ilbenstadt wachsen. Außerdem gäbe es schon jetzt zu wenig Kindergartenplätze. Wohnraum solle zunächst in den Stadtteilen entstehen, etwa in dem man leerstehende Gebäude wieder nutzbar mache. »Das muss Niddatal nicht alleine schaffen, man kann und sollte sich dazu Partner suchen.« Etwa eine Wohnungsbaugesellschaft.

Bürgermeisterwahl Niddatal: Michael Hahn will mehr Gewerbe und mehr Personal

Außerdem komme es auf die Vermarktung von Baugebieten und Gewerbeflächen an. »Ich würde dafür gerne eine neue Stelle schaffen.« Wenn sich mehr Gewerbe in Niddatal ansiedele, könne man den Steuersatz senken, was den Standort wiederum attraktiver mache. Außerdem brauche die Stadt einen eigenen Architekten oder Ingenieur. »So kann man sich teure Ausschreibung und damit Kosten und Zeit sparen.«

Die Arbeit eines Bürgermeisters vergleicht Hahn gerne mit der eines Dirigenten. Er stehe an der Spitze, müsse den Überblick behalten und die Kräfte bündeln. Aber nur gemeinsam mit dem Orchester, sprich der Verwaltung, könne Musik entstehen. »Der Bürgermeister muss aber auch die Zahlen kennen«, sagt Hahn. »Dann kann er agieren, statt nur zu reagieren.«

Hahn findet, es sei Zeit, »nicht mehr nur in den Rückspiegel zu schauen«. Sonst entwickle man sich nicht weiter. »Es muss jetzt wieder vorwärts gehen.«

Und auch, wenn er es eigentlich nicht will, legt er sich dann doch auf eines fest: »Wenn ich Bürgermeister werde, will ich mich zum Standesbeamten ausbilden lassen«, sagt Hahn. »Wo könnte ich besser mit den Bürgern ins Gespräch kommen?«

Info: Kandidat Michael Hahn ist ehrenamtlich aktiv

Michael Hahn ist in Niddatal aufgewachsen. Der 46-Jährige ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er ist Vorsitzender der Eintracht Kaichen, Schöffe am Landgericht und stellvertretender Vorsitzender der Wetterauer Zuckerrübenanbauer. Der Steuerfachwirt leitet zudem den landwirtschaftlichen Familienbetrieb in Kaichen. Sollte er die Wahl gewinnen, würden das die Mitgesellschaftern der Betriebsgemeinschaft übernehmen, sagt Hahn.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare