Geschafft: Eine Stichwahl ist nicht nötig, die Familie Hahn freut sich über den Wahlerfolg (v. l.): Julia und Michael Hahn mit den beiden Töchtern Leonie-Sophie und Lisa-Marlene.
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Geschafft: Eine Stichwahl ist nicht nötig, die Familie Hahn freut sich über den Wahlerfolg (v. l.): Julia und Michael Hahn mit den beiden Töchtern Leonie-Sophie und Lisa-Marlene.

Bürgermeisterwahl in Niddatal

Bürgermeisterwahl Niddatal: Deutlicher Sieg für CDU-Kandidat Michael Hahn

  • vonJürgen W. Niehoff
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Michael Hahn (CDU) ist ab 1. Juli Bürgermeister von Niddatal. Mit 57,49 Prozent gewann er die Wahl am Sonntag deutlich gegen Amtsinhaber Dr.Bernhard Hertel (parteilos).

Michael Hahn strahlte vor Freude: »Ich bin überglücklich über das klare Ergebnis und danke den Wählern für das Vertrauen, das sie in mich gesetzt haben«, sagte er bei Bekanntgabe des Wahlergebnisses im menschenleeren Rathaus. Bis auf Wahlleiter Volker Herrmann und eine Mitarbeiterin waren nur ein Familienvater mit zwei Kindern sowie Hahns Ehefrau Julia und seine beiden Töchter Lisa-Marlene und Leonie-Sophie anwesend. »Wegen der Coronavirus-Krise haben wir alles abgesagt, was zu einer größeren Menschenansammlung werden könnte«, erklärte Herrmann die Leere im Rathaus. Aber das war dem zukünftigen Bürgermeister Hahn ziemlich gleichgültig. Pausenlos klingelte sein Mobiltelefon. Unter den Gratulanten war neben der CDU-Kreisvorsitzenden Lucia Puttrich, dem Wetterauer Landrat Jan Weckler (CDU) und dem Landtagsabgeordneten Tobias Utter (CDU) auch der Niddataler Ehrenbürgermeister Wilfried Martin (SPD). Auch Martin wünschte Hahn viel Kraft und Ideenreichtum im neuen Amt.

Bürgermeisterwahl Niddatal: Hertel hat auf Stichwahl gehofft

Glückwünsche erhielt der 46-jährige Steuerfachwirt und Nebenerwerbslandwirt Hahn, der sich 2008 schon einmal um das Bürgermeisteramt beworben hatte, damals aber gegen Hertel unterlegen war, von seinen beiden Konkurrenten Hertel und Dr.Ralf Binsack (parteilos). Hertel zeigte sich sichtlich enttäuscht vom Ausgang der Wahl. »Zumindest auf eine Stichwahl hatte ich gehofft«, sagte er. Dass er nur 26,63 Prozent der Stimmen erhalten habe, bei einer recht guten Wahlbeteiligung von immerhin 59,97 Prozent und trotz der momentanen Coronavirus-Krise, schiebt Hertel auf Hahns bessere Wählermobilisierung. »Er hat die Jugend angesprochen und war mit seinem Wahlkampfteam fast überall präsent.« Darüber hinaus hätten sich offensichtlich auch Abnutzungserscheinungen nach 18 Jahren Dienstzeit bemerkbar gemacht. Mit seinen 64 Jahren sei er aber lange noch nicht müde und wolle zumindest noch die Herausforderung mit der Coronaviruskrise angehen.

Auch der dritte Mitbewerber um das Bürgermeisteramt Dr. Ralf Binsack zeigte sich ein wenig enttäuscht. Andererseits freue ihn aber auch, dass Hahns und seine Stimmen zusammen fast dreiviertel der Wählerstimmen ausmachten. Binsack: »Das zeigt, dass der Wechsel an der Rathausspitze dringend erforderlich war.«

Bürgermeisterwahl Niddatal: FDP und Grüne zeigen sich zufrieden

Ähnlich äußerte sich FDP-Fraktionsvorsitzender Peter Schmitz und wurde dabei sehr deutlich: »Ich bin froh, dass der bisherige Amtsinhaber endlich aus dem Amt gejagt wurde. Die Bürger wollen neuen Schwung. Den bekommen sie jetzt endlich mit Hahn.«

Zufriedenheit auch bei den Grünen. »Ich bin hoch erfreut, dass es jetzt ein Ende mit Hertel hat. Nun kann der Aufbruch zu neuen Ufern erfolgen«, meinte Grünen-Sprecher Oliver Seuss. Er hofft vor allem, dass sich der Umgangston im Stadtparlament wieder bessert und man über Sachthemen streiten könne, anstatt sich in persönlichen Anfeindungen zu verlieren.

Ausschlaggebend für den deutlichen Wahlausgang sei, so war am Rande der Auszählung zu hören, möglicherweise eine Mitteilung der SPD von Ende Februar gewesen. In dieser wurde behauptet, dass Hertel der bessere Kandidat sei, weil er sich sieben Tage die Woche rund um die Uhr für die Niddataler Bürger einsetze. CDU-Kandidat Hahn hingegen habe noch einen Bauernhof zu bewirtschaften und bekleide viele Ämter, so dass ihm kaum Zeit für das Bürgermeisteramt bliebe. Hahn bezog dazu keine Stellung, geärgert haben dürfte ihn das schon. Und womöglich auch viele Wähler.

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