Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich bei seinem Besuch in Niddatal gegen Hetze und Rassismus ausgesprochen.
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Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich bei seinem Besuch in Niddatal gegen Hetze und Rassismus ausgesprochen.

Wahlkampf

Bürgermeisterwahl Niddatal: Bouffier spricht sich für Kandidaten aus

  • vonUdo Dickenberger
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Im Bürgerhaus Ilbenstadt hat sich Ministerpräsident Volker Bouffier gegen Hetze und Rassismus ausgesprochen - und sich davon überzeugt gezeigt, dass Michael Hahn der richtige Bürgermeister für Niddatal sei.

Zum Abschluss seines Wahlkampfauftritts für Niddatals Bürgermeisterkandidaten Michael Hahn (CDU) bekam Ministerpräsident Volker Bouffier vom stellvertretenden Stadtverbandvorsitzenden Gerhard Einhoff in Anspielung auf die derzeit in der Basilika laufende Orgelsanierung eine bleierne Pfeife überreicht. Zuvor hatte der Landesvater unterm Applaus des Publikums an den Gemeinschaftssinn appelliert, sich gegen Hetze und Rassismus ausgesprochen - und sich davon überzeugt gezeigt, dass Hahn der richtige Bürgermeister für Niddatal sei.

Bürgermeisterkandidat Michael Hahn verspricht hundertprozentigen Einsatz.

Mit dem »Instant Concert«, in dem mehrere Ohrwürmer von »Rule Britannia« bis »Karneval in Rio« aufschienen, eröffnete der Musikzug Niddatal unter Alexander Gröb im Bürgerhaussaal Ilbenstadt den Abend und deutete den weiten Bogen an, der in der Veranstaltung gespannt werden würde. Einhoff blickte auf Hahns Biografie zurück, der in Niddatal aufgewachsen sei, sich seit langem an der Politik beteilige und die Anliegen des Gemeinwesens kenne.

Hahn forderte die Gäste im Saal auf, mit ihm für »neuen Schwung« zu sorgen. Die Stadtverwaltung müsste der Motor sein, doch sei der Krankenstand erschreckend. Ihm liege viel an einer Wertschätzung der Mitarbeiter und einer Optimierung der Abläufe. Auch müsse eine Verwaltung mit 30 Personen ausbilden. Ebenso müsse in den Kitas ausgebildet werden. Die neue Einrichtung in Ilbenstadt hätte am Brunnen gebaut werden müssen und nicht im Kloster. »Dann wäre sie längst fertig«, sagte Hahn.

Bürgermeisterwahl Niddatal: Retourkutsche auf SPD-Flyer?

In allen Vergleichen mit Karben schneide Niddatal derzeit schlecht ab. Er selber stehe für Bürgernähe. Der »Gollacker« sei der falsche Weg; statt eines abgelegenen Baugebiets müsse die Stadt zusammenwachsen. Werthaltige Gewerbe müssten nach Niddatal gebracht werden. Und die jüngsten Überschüsse im Haushalt resultierten aus einmaligen Effekten und hätten mit rot-roter Politik wenig zu tun, was Hertel und sein Team suggerierten.

Dass der Wahlkampf in voller Fahrt ist, merkte man auch an diesem Einwurf: »Rufen sie einmal um 8 Uhr morgens in der Verwaltung an und verlangen den Bürgermeister!«, rief Hahn ins Publikum. Es war wohl eine Retourkutsche auf einen SPD-Wahlkampf-Flyer, auf dem es hieß, Hertel lebe das Bürgermeisteramt als Vollzeitjob an sieben Tagen in der Woche - da bliebe keine Zeit, nebenbei einen Landwirtschaftsbetrieb zu leiten. Michael Hahn hat bereits angekündigt, dass sein Betrieb von den Mitgesellschaftern der Betriebgemeinschaft weitergeführt wird, sollte er die Wahl gewinnen.

Ministerpräsident Bouffier versicherte, gerne in Niddatal zu sein: »Was hätte ich am Freitagabend auch sonst machen sollen?!« Es gelte, nicht nur Forderungen zu stellen, sondern selber etwas zu tun. Milliarden Menschen würden gerne wählen. Wer wie wir die Gelegenheit dazu habe, möge es auch tun. Wer kandidiere, habe Respekt verdient, weil er die Demokratie ermögliche. Mut zu einer klaren Position sei erforderlich. Er empfehle Michael Hahn wegen dessen Energie und Einsatz.

Bouffier forderte alle Anwesenden auf, Hahn bis zum Wahltag kräftig zu unterstützen. In unserer vernetzten Welt des rasanten Wandels wundere man sich über die Zeit, die in Niddatal für den Haushalt gebraucht werde.

Ein Bürgermeister müsse das Verbindende schaffen und für Gemeinschaft sorgen. Damit es Deutschland weiterhin gut gehe, gelte es, die richtigen Weichen zu stellen. Berufliche Bildung dürfe nicht vernachlässigt werden und Herausforderungen müssten angenommen werden.

Bürgermeisterwahl Niddatal: Landwirte werben für ihre Arbeit

Längs der Klostermauer hatten Landwirte ihre Zugmaschinen abgestellt und machten mit Plakaten auf die Notwendigkeit ihrer Arbeit für die Ernährung der Bevölkerung aufmerksam. Bouffier rief ihnen im Saal zu, die Zukunft müsse mit ihnen gemeinsam gestaltet werden und ihrer Arbeit gebühre Anerkennung und Respekt. Er sagte ihnen die Unterstützung der Landesregierung zu und riet ihnen: »Verlieren Sie ihren Stolz nicht!« Bouffier bedauerte die Verrohung im Land und in den Medien. Er rufe zum Miteinander und gegen Stimmungsmache auf. Niddatal habe gute Chancen.

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