Dr. Bernhard Hertel ist seit 18 Jahren Bürgermeister in Niddatal. Am Sonntag will er sich für sechs weitere Jahre wählen lassen. Wie er sagt, um Projekte wie den Kita-Neubau in Ilbenstadt oder die Bebauung des Gollackers umzusetzen.
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Dr. Bernhard Hertel ist seit 18 Jahren Bürgermeister in Niddatal. Am Sonntag will er sich für sechs weitere Jahre wählen lassen. Wie er sagt, um Projekte wie den Kita-Neubau in Ilbenstadt oder die Bebauung des Gollackers umzusetzen.

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Bürgermeisterwahl Niddatal: Dr. Bernhard Hertel: »Ich bin noch nicht fertig«

  • Anna-Luisa Hortien
    vonAnna-Luisa Hortien
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Er sehe seine Mission noch nicht als abgeschlossen an, sagt Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel. Der 64-Jährige tritt am Sonntag erneut zur Bürgermeisterwahl an. Er wolle im Amt bleiben, um angefangene Projekte zu vollenden und neue Ziele anzugehen.

Wenn Dr. Bernhard Hertel an der Klostermauer in Ilbenstadt entlanggeht, hat er zwei Dinge im Blick: das Gelände, auf dem die neue Kita entstehen soll, und das sanierungsbedürftige Bürgerhaus. Das seien zwei der angefangenen Projekte, die er gerne noch vollenden wolle, sagt der amtierende Bürgermeister. Bei der Wahl am Sonntag will er sein Amt verteidigen.

»Ich bin noch nicht fertig«, sagt Hertel in gewohnt ruhigem, aber entschlossenem Ton. »In den kommenden Jahren stehen noch einige große Projekte an.« 18 Jahre ist der 64-Jährige im Amt. Am Sonntag sollen weitere sechs hinzukommen. Seinen Platz will er aktuell nicht räumen. »Ich kann noch etwas bewegen. Ich habe noch Ziele.« Auch gesundheitlich fühle er sich fit, die Arbeit mache ihm Spaß.

Seit der vergangenen Kommunalwahl bilden Sozialdemokraten und Linke eine Mehrheit für den parteilosen, aber stets SPD nahen Amtsinhaber. Er sei stolz auf das, was er bisher erreicht habe, sagt Hertel. Etwa die Umgestaltung des Brunnenplatzes in Bönstadt oder das Baugebiet für junge Familien in Kaichen sowie die Sanierung des Alten Rathauses oder der Ausbau des schnellen Internets. »Aber auch in den nächsten Jahren stehen noch wichtige Entscheidungen an.«

Angesichts des demografischen Wandels müsse Niddatal nach den Bedürfnissen älterer und jüngerer Menschen zugleich gestaltet werden. Etwa mit Mehrgenerationenhäusern wie dem in Ilbenstadt. Für junge Leute solle ein Treffpunkt in Assenheim entstehen.

Außerdem müssten aktive Vereine gefördert werden. »Sie fangen mit ihrer Jugendarbeit viel auf und vermitteln Werte. Dafür sind wir dankbar.« Zudem wolle er sich dafür einsetzen, dass eine Bürgerstiftung entstehe, die soziale Projekte fördere.

Bürgermeisterwahl Niddatal: Dr. Bernhard Hertel sieht Entwicklungspotenzial

Auf dem Gollacker will Hertel eine Plus-Energie-Siedlung errichten, die mehr Wärme und Strom produziert, als sie verbraucht. »Die Bauplätze dort wären innerhalb von vier Wochen weg«, ist er sich sicher. Immer mehr Menschen würden in die Wetterau ziehen. »Wir tragen auch eine soziale Verantwortung, für Wohnraum zu sorgen.« Zusätzlich sollten auf dem Gollacker 25 Prozent bezahlbare Wohnungen entstehen. Es gebe auch immer mehr Interessenten für Gewerbeflächen, etwa in Assenheim. Man müsse zukünftig neue Gebiete entwickeln. »In Ilbenstadt sehe ich das größte Entwicklungspotenzial.«

Die Kinderbetreuung sei für ihn ebenfalls ein zentrales Thema. Der Bedarf an Betreuungsplätzen sei groß. Um ihn zu decken, reiche der Neubau in Ilbenstadt alleine nicht aus. Auch eine Erweiterung der Kita in Assenheim oder die Auslagerung der Betreuungsschule sei in Betracht zu ziehen.

Sollte er wiedergewählt werden, will Hertel die Bürger stärker einbeziehen. Dazu müsse sich die Stadt auch im Internet besser aufstellen. Zusätzlich plane er mehr Informationsveranstaltungen. Man könne nie sagen, wie und ob die Bürger diese Möglichkeiten wahrnehmen würden, »aber die Möglichkeiten müssen da sein«.

Bürgermeisterwahl Niddatal: Dr. Bernhard Hertel will für solide Finanzen sorgen

Über einige der anstehenden Projekte wie den Gollacker oder die Bürgerhaussanierung wird schon länger diskutiert. Woran liegt es, dass sie bisher noch nicht abgeschlossen werden konnten? »Wir mussten zunächst den Haushalt konsolidieren«, sagt Hertel. Die Ausschreibung für den Kita-Neubau vorzubereiten habe fast ein Jahr gedauert. Zudem fehle Personal in der Verwaltung. Sein Vorzimmer sei zurzeit nicht besetzt. Auch der Mitarbeiter für den Bereich Stadtplanung sei krankheitsbedingt ausgefallen. »Die Arbeit habe ich dann zusätzlich gemacht.« Doch in den nächsten Wochen solle es wieder nach vorne gehen. »Wir werden uns personell wieder besser aufstellen.«

Hertel verspricht außerdem, für solide Finanzen zu sorgen. Die Stadt könne seit 2017 positive Jahresabschlüsse vorweisen. Man habe gut gewirtschaftet, aber auch von der Konjunktur und der Neuordnung des kommunalen Finanzausgleichs stark profitiert. »Damit konnten wir Defizite ausgleichen.« Es sei wichtig, dass nun weiter solide gewirtschaftet werde. Dann gehe es in Zukunft wieder darum, zu gestalten, statt nur zu verwalten. »Es gibt Herausforderungen auf allen Ebenen«, sagt Hertel. »Denen möchte ich mich tatkräftig widmen und sie in die Hand nehmen.«

Bürgermeisterwahl Niddatal: Dr. Bernhard Hertel hat Landwirtschaft studiert

Dr. Bernhard Hertel lebt seit über 20 Jahren in Assenheim. Der 64-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder. Er ist in der Pfalz geboren, hat Landwirtschaft studiert und anschließend promoviert. Durch einen Job bei der Stadtverwaltung Rosbach kam er in die Wetterau. Seit 1996 war er in Niddatal hauptamtlicher Erster Stadtrat. 2002 trat er als parteiloser Bürgermeister die Nachfolge von Wilfried Martin (SPD) an.

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