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Bürgerhaus Ilbenstadt: Förderung soll’s richten

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Konstruktives Gespräch: Die Vertreter der Interessengemeinschaft für den Erhalt des Bürgerhauses mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden.
Konstruktives Gespräch: Die Vertreter der Interessengemeinschaft für den Erhalt des Bürgerhauses mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden. © Robert Nolte

Niddatal-Ilbenstadt (nol/hed). Ganz am Ende des Abends ließ Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel die Katze aus dem Sack. Geht sein Plan auf, könnten Bund und Land bis zu 70 Prozent der Sanierungskosten fürs Ilbenstädter Bürgerhaus übernehmen.

Die Hoffnung der Befürworter einer Bürgerhaus-Sanierung trägt den Namen »Stadtumbau in Hessen«. Wie Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel am Donnerstag beim Gesprächsabend der Interessengemeinschaft (IG) für den Erhalt des Bürgerhauses mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden sagte, wolle man sich um eine Förderung aus dem neu aufgelegten Programm von Land und Bund bewerben. Bis Ende Februar ist das möglich. 15 bis 20 Städte und Gemeinden in Hessen sollen in den nächsten Jahren profitierten; bis zu zwei Drittel der förderfähigen Kosten werden übernommen.

Laut Hertel ist das Förderprogramm ähnlich angelegt wie eine Dorferneuerung. Gefördert werden beispielsweise Maßnahmen, die infolge des demografischen und wirtschaftsstrukurellen Wandels oder des Klimawandels nötig werden. Eine energetische Sanierung des Bürgerhauses, die mit bis zu 1,7 Millionen Euro veranschlagt ist, könne darunter fallen, sagt Hertel. Nötig für die Bewerbung ist ein städtebauliches Entwicklungskonzept. Vor zwei Tagen hat Hertel die Nassauische Heimstätte damit beauftragt. »Sie hat gute Verbindungen zu den Landesministern«, sagt der Bürgermeister. Sprich: Die Unternehmensgruppe weiß, wie man an die richtigen Fördertöpfe kommt.

Ob eine Sanierung überhaupt infrage kommt, oder doch ein neues Dorfgemeinschaftshaus gebaut wird (so die aktuelle Beschlusslage), darüber wurde am Donnerstagabend debattiert. CDU, SPD und Grüne, Bürgermeister Dr. Hertel und Vertreter der örtlichen Vereine waren dazu in die »Klosterschänke« gekommen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Sprecher der IG, Karl- Heinrich Bickel, der zunächst für den Erhalt des Bürgerhauses plädierte. Er verwies auf die bisherige Nutzung des Hauses durch die Bürger und die Vereine. Den von CDU, Grünen und FDP ins Spiel gebrachten Ersatzbau eines Dorfgemeinschaftshauses bezeichnete er als zu klein für traditionelle Großveranstaltungen.

IG will Kosten senken

Um die Kosten einer grundlegenden Sanierung zu minimieren, präsentierte er Vorschläge der IG. Er nannte Eigenleistungen der Vereine, Reduzierung der Kosten durch Beauftragung von Firmen aus Ilbenstadt, ein neues Nutzungskonzept, Sponsoring oder Ausschreibung eines Wettbewerbs zur kostengünstigsten Sanierung als Optionen. Seine Ausführungen untermauerte er mit dem Verweis auf die Unterstützung der in der IG vertretenen Vereine und die mittlerweile 1500 Unterschriften zum Erhalt des Bürgerhauses.

Mit großem Applaus bedacht wurde die Ankündigung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Achim Saßmannshausen, dass sich seine Partei nach langer Diskussion dafür entschieden habe, bei der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch (20 Uhr im Saal des Bürgerhaus Assenheim) einen Antrag zur Rücknahme des Abrissbeschlusses zu stellen (siehe auch unten stehender Artikel).

CDU-Parteichef Stefan Schaub erläuterte noch einmal die Beweggründe seiner Partei. Doch meinte er auch: »Wir werden den Bürgerwillen ernst nehmen und gangbare Wege suchen.« Eine endgültige Entscheidung für oder gegen den Erhalt des Bürgerhauses kündigte er für Mittwoch an.

Die Architekten Renate Fehling aus Darmstadt und Franz Partes aus Niddatal sprachen sich ebenfalls für eine Sanierung aus. Beide zeigten Wege auf, wie durch ein vernünftiges Betriebskonzept das Bürgerhaus rentabel arbeiten könne.

Für den Abriss argumentierten die Grünen-Vertreter Dieter Eisenberg und Markus Nikleniewicz.

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