Auf dem Dreiecksgrundstück (Bildmitte rechts) vor der Basilika sollte die Kloster-Kita eigentlich gebaut werden. FOTO: ERNST STADLER
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Auf dem Dreiecksgrundstück (Bildmitte rechts) vor der Basilika sollte die Kloster-Kita eigentlich gebaut werden. FOTO: ERNST STADLER

Brunnenplatz statt Kloster

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal-Ilbenstadt(udo). Die Ausschüsse haben am Mittwochabend in einer gemeinsamen Sitzung den Kita-Standort Brunnenplatz empfohlen. Damit dürfte der Kloster-Standort vom Tisch sein. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung, die am Dienstag, 29. September, in Ilbenstadt tagt.

Nachdem Architekt Gunter Weyrich in der Vorwoche den Ausschüssen die möglichen Standorte eines Kita-Neubaus erläutert hatte und dabei entscheidende Vorteile im Brunnengelände gesehen hatte, berieten die Ausschüsse nun über das Thema. Der Geltungsbereich umfasst 5200 Quadratmeter. Im Bereich der Freifläche Brunnengelände soll eine siebengruppige Kindertagesstätte errichtet werden.

Diskussion um Anzahl der Gruppen

Nach einer langen, kontroversen Debatte, in der zahlreiche Gegenargumente vorgebracht wurden, stimmten die drei Ausschüsse getrennt ab und folgten mehrheitlich der Beschlussempfehlung. Demnach soll der Beschluss vom November 2017 zum Neubau auf dem Klostergelände aufgehoben werden und stattdessen auf dem Brunnengelände neu gebaut werden.

Bürgermeister Michael Hahn (CDU) zeigte zunächst, wie sich die 446 vorhandenen Kita-Plätze auf die Stadtteile und die Einrichtungen verteilen. Aber sie reichten nicht aus, argumentierte er, zumal aus Brandschutzgründen eine Gruppe in Ilbenstadt wegfällt und die Genehmigung für die Container-Kita in Kaichen erlischt. Hahn: "Im neuen Kindergartenjahr sind alle Kindergärten voll." Sieben Gruppen seien zeitnah erforderlich, erläuterte Hahn, neun Gruppen mittelfristig.

Waltraud Lang (SPD) plädierte für einen viergruppigen Neubau im Kloster. Eine Erweiterung in Assenheim sei möglich und eine Kita mit sieben Gruppen zu groß. Hahn entgegnete, eine Erweiterung in Assenheim sei problematisch. Eine neue Heizung sei erforderlich, und es müsse zweigeschossig gebaut werden. "Am schnellsten kommen wir voran, wenn wir auf das Gelände am Brunnen gehen", sagte Hahn Die Wasserrechte am Brunnen seien erloschen. Dessen hartes Wasser könne nicht mit dem Ovag-Wasser gemischt werden.

Einst für Container im Gespräch

Markus Nikleniewicz (Grüne) betonte, wie gut es sei, dass mit dem Neubau im Klosterbereich noch nicht begonnen worden sei. Man habe von einem größeren Bedarf erfahren und könne nun noch darauf eingehen.

Christian Osmalz und Ariane Streicher (beide SPD) hingegen plädierten für eine Kostenschätzung und eine europaweite Ausschreibung. Ihr Fraktionskollege Achim Saßmannshausen stellte in den Raum, ob insgesamt elf Gruppen nicht zu viel für Ilbenstadt seien. Rudi Kreich (Linke) schließlich wies auf zahlreiche ungeklärte Fragen hin.

Hahn betonte den Handlungsbedarf und die Verantwortung. Im Klosterbereich könne alleine die Sanierung der Mauer eine Menge Geld kosten. Bereits jetzt sei viel Geld für den Klosterbereich unnütz ausgegeben worden.

Zum neuen Standort: Der Brunnenplatz dürfte auch Auswärtigen bekannt sein. Er liegt an der scharfen Linkskurve der Burg-Gräfenröder Strauße 200 Meter westlich von ihrer Abzweigung von der Bundesstraße 45. Bis vor zwölf Jahren wurde hier Wasser gefördert. Vor vier Jahren kam das Gelände als Standort für eine Container-Anlage für Flüchtlinge ins Gespräch.

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