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Brandschützer üben: »Feuer« im Rathaus

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Wenige Minuten nach Ankunft der Feuerwehr heißt es: »Wasser marsch!«	(Foto: udo)
Wenige Minuten nach Ankunft der Feuerwehr heißt es: »Wasser marsch!« (Foto: udo) © Udo Dickenberger

Niddatal-Assenheim (udo). Während Qualm aus den Obergeschossen der Stadtverwaltung drang, machte ein »Verletzter« auf dem Balkon auf sich aufmerksam. Er war schnell aus seiner misslichen Lage befreit – dank der Assenheimer Feuerwehr.

Deren Abschlussübung fand unter Leitung von Wehrführer Boris Gorka statt. Stadtbrandinspektor Bernd Reiter verhieß »eine kleine Übung, die krankheitsbedingt mit wenig Personal durchgeführt werden muss«. Allerdings werde gerade durch den überschaubaren Personaleinsatz die Situation in Niddatal während der Arbeitswoche simuliert. Tagsüber stünden dann nur wenige Einsatzkräfte zur Verfügung, sodass in den Alarm auch die Kameraden in den benachbarten Stadtteilen einbezogen würden. Wichtig sei, weitere Aktive für die Wehr zu akquirieren.

Es wurde die Situation simuliert, es sei im Gebäude der Stadtverwaltung zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung gekommen. Einige Mitarbeiter konnten flüchten, eine unbestimmte Anzahl von Personen befand sich noch im Gebäude. Die Rauchmelder pfiffen, die Sirenen heulten, und das Löschfahrzeug rückte mit dem Mannschaftstransportwagen und dem »Gerätewagen Logistik« an. Aus diesem wurde die mobile Tragluftspritze geholt und an der Böschung der Nidda in Betrieb gesetzt. Ehrenstadtbrandinspektor Hermann Reiter erläuterte am Rande der Übung, dass in Niddatal nur die Wehren in Assenheim und Bönstadt über Tragluftspritzen verfügen.

Da Feuerwehrgerät teuer sei, müsse sparsam gewirtschaftet werden. Auch Rettungsscheren und Ölsperren führten keineswegs alle Wehren mit sich. Wer solche Geräte im Wagen habe, stelle sie im Ernstfall den Kameraden zur Verfügung, die sie jeweils benötigen.

Mit Hochdruck zu freier Sicht

Über Steckleitern drangen vier Atemschutzgeräteträger über den Balkon, der dem Publikum von den karnevalistischen »Stürmen aufs Rathaus« bekannt ist, und durch den Haupteingang ins gefährdete Gebäude ein und retteten drei »Verletzte«. Der Hochdruckbelüfter wurde angeworfen und sorgte für klare Sicht. Eine gründliche Untersuchung ergab, dass sich keine weiteren Personen im Bauwerk befanden. Die Zeit, die jeder Atemschutzgeräteträger im Gebäude zubrachte, wurde genau notiert, um zu verhindern, dass ihm die Luft ausging. Von zwei Seiten wurden Löschangriffe unternommen. Patrick Limbach, der Wehrführer in Bönstadt, kommentierte das brenzlige Geschehen, damit auch Unkundige mit den Vorgängen bei der Feuerwehr bekannt werden.

Das zum größten Teil jugendliche Publikum konnte bei angenehmem Wetter einen konsequenten Ablauf der Übung verfolgen. Wehrführer Boris Gorka erklärte, wie schnell sich ein Zimmerbrand ausbreitet, und lud im Anschluss die Akteure und deren Zuschauer zu einem Teller Gulaschsuppe ins Gerätehaus ein. Stadtbrandinspektor Reiter erinnerte an Übungen mit 76 Aktiven, die es vor Jahren gegeben hätte. Allerdings verfüge Assenheim auch in der heutigen schwierigen Zeit über mehr Einsatzkräfte als die zwölf, die bei der Abschlussübung mitgewirkt hatten. Einige Aktive waren krank. Reiter versicherte, in der Not habe die Stadt Niddatal bisher immer Geld für ihre Feuerwehr ausgegeben, und das werde auch so bleiben. Den Einsatzkräften rief er zu: »Ihr habt Eure Sache gut gemacht!« (Fotos: udo)

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