Blutspenden im Viertelstundentakt

  • vonUdo Dickenberger
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Niddatal (udo). Seit einem Jahr hat sich der Ablauf beim Blutspenden geändert. Eine Anmeldung übers Netz ist seitdem erforderlich. Die Teilnehmer erhalten zu Beginn des Parcours eine Maske. Wartezeiten werden jetzt vermieden. Einige Standorte in Gemeindezentren sind weggefallen, weil sie zu klein sind.

Dieter Jung, Vorsitzender der DRK-Ortsgruppe Florstadt/Niddatal, betont, man könne allgemein sagen, dass die Vorbereitung, der Ablauf und die Nachbereitung des Blutspendetermins coronabedingt anders abliefen. Man könne aber nicht sagen, dass dies den Termin stark beeinträchtige.

Für den Ablauf seien vom Blutspendedienst klare Vorgaben definiert. Es könne nur derjenige Blut spenden, der sich für diesen Termin auf der Homepage des Blutspendedienstes angemeldet hat. Der Spender bekomme eine genaue Uhrzeit mitgeteilt. Die Terminreservierungsliste sei so eingeteilt, dass innerhalb von 15 Minuten zehn Spender angenommen werden.

Viele Möglichkeiten zur Desinfektion

Dieses Zeitraster führe dazu, dass es zu keinen Staus mehr an der Anmeldung und den weiteren Stationen kommt. Schon vor Betreten des Bürgerhauses werde bei allen Spendern die Körpertemperatur gemessen, sie müssten sich die Hände desinfizieren und bekämen eine FFP2-Maske.

Bei der Anmeldung erhalte jeder Spender zum Ausfüllen der Formulare einen eigenen Kugelschreiber. Zusätzlich bestehe in allen Bereichen, die der Spender durchläuft, die Möglichkeit der Händedesinfektion. Es werde darauf geachtet, dass überall der Mindestabstand eingehalten wird.

Begleitpersonen und Kinder dürften das Terminlokal nicht betreten. Gravierend hätten sich Veränderungen im Getränke- und Imbissbereich ergeben. Ein Ausschank von offenen Getränken sei untersagt. Dem Spender würden Getränke an der Anmeldung in 0,5-Liter-PET-Flaschen angeboten. Nach der Blutspende bekomme er noch ein Lunchpaket.

Jung fasst zusammen: »Es haben sich durch diese Vorgaben auch positive Veränderungen ergeben. So ist der Ablauf nicht mehr so stressig.« Es gebe nur noch selten Staus an den Stationen. Er könne feststellen, »dass wir eine konstant hohe Zahl von Spendern haben, die teilweise höher ist als bei früheren Terminen«. Übereinstimmend sehen auch die anderen DRK-Ortsvereine den Ablauf als sehr positiv an.

Eberhard Weck, Leiter der Abteilung Spenderbindung und Spendergewinnung des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen antwortet auf die Frage nach Beeinträchtigungen, die sich unter den Bedingungen der Pandemie ergeben: »Ja und nein - auf die Vorgaben mussten wir reagieren, aber der Bedarf kann gedeckt werden.« Nicht nur die Opfer von Verkehrsunfällen, sondern auch viele chronisch Kranke bräuchten dauernd Blut. Die Mehrheit der Spender wünsche, dass auch nach der Pandemie weitergemacht werde wie bisher.

Das Anmelden biete viele Vorteile. Die Spender müssten nicht warten und seien deshalb sehr zufrieden. Derzeit sei die Situation zufriedenstellend, doch wenn wieder Konkurrenzveranstaltungen aufkämen und mehr in der Freizeit unternommen werden könne, dann werde das Interesse zeitweilig abnehmen.

Die Organisation sei mit dem Anmelden einfacher geworden: »Wir wissen jetzt, wie viele kommen.« Das Verfahren werde möglicherweise beibehalten werden. Doch fehle derzeit die Geselligkeit. »Früher konnten die Spender nach dem Imbiss zusammensitzen und Kaffee trinken.« Das ist zurzeit nicht möglich. FOTO: UDO

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